Anspiel: Weihnachten 1944

image_2017-11-19_20-22-40Weihnachten 1944.pdf

Sprecher: Wir schreiben das Jahr 1944. Der zweite Weltkrieg ist voll im Gange und das Blut tausender Soldaten schreit von den Schlachtfeldern Europas gen Himmel. Tausende junge Männer und kräftige Familienväter traf das Los, nie wieder in die Heimat zurückzukehren. In Deutschland blieben fast nur Frauen, Kinder und alte Väter zurück. Auch der 13 Jährige Reinhold Kerstan lebte mit seiner Familie in dem schon zerbombten Berlin. Immer näher kamen die alliierten Streitkräfte und bedrohten Berlin. Oft hörte man nachts Sirenen und sich nahende Bomber. Die darauffolgenden Bombenexplosionen brachten den Schrecken der sich nahenden Front mitten in die Stadt herein.

Im Spätsommer 1944 erreichte folgende Nachricht das Lettow-Vorbeck-Gymnasium in Berlin

H.Grothe: Liebe Schüler, heute hat mich eine Nachricht von unserer fürsorglichen Partei erreicht. Wir sollten, weil die feindlichen Streitkräfte Berlin so sehr unter Beschuss nehmen, evakuiert werden. Alle Schüler des Gymnasiums werden nach Tschechien gebracht. Dort wird man sich weiter um euer Wohl sorgen.
Sprecher: Tschechien? Das hörte sich aber spannend an! Alle Jungs waren zuerst Feuer und Flamme, als sie aber begriffen, dass es für sie ein langer Aufenthalt in einem fernen Gebiet sein wird, wurden es ihnen mulmig zumute. Aber Befehl war Befehl, und dem durfte man nicht ungehorsam sein. Erst recht nicht, wenn man zu der Hitler-Jugend gehören will. Also blieb Reinhold nichts anders übrig, als seine Sachen zu packen und mit nach Tschechien zu fahren. Als der Tag des Abschieds gekommen war, stand Reinhold mit seinem Vater an der Tür und verabschiedete sich von seiner Mutter
Mutter: Gott segne dich mein Junge!
Sprecher: Hatte die Mutter gesagt und ihre Hand auf seinen Kopf gelegt. Tränen standen ihr in den Augen. Sie nahm in fest in den Arm, als ob sie ihn nicht gehen lassen wollte.
Reinhold: Ich werde oft schreiben, Mutter
Sprechen: Ihm war nach weinen zumute, aber er unterdrückte es. Deutsche Jungen weinen nicht, hatte er immer wieder gehört.
Mutter: Und les auch jeden Tag in deiner Bibel, hörst du!
Reinhold: Ja, Mutter, ich verspreche es
Sprecher: Ohne einen einzigen Blick zurückzuwerfen machte sich Reinhold mit seinem Vater auf den Weg. Stolz saß er neben seinem Vater im Zug, der bis zu Kriegsbeginn Pfarrer in Berlin war und gar nicht glücklich über die Entwicklung war, die das Deutsche Reich genommen hat. Aber wenigstens konnte er seinen Sohn bis nach Tschechien begleiten, bevor er selber wieder an die Front musste.

In Tschechien angekommen wurden Reinhold in die große Villa Fragner gebracht. Fast hundert Jungen wohnten schon dort und nach der Hopfenernte kamen noch einmal 60 Jungen dazu. So waren fast 160 Jungs der Hitlerjugend in einem Haus untergebracht, um von der Propaganda der NSDAP indoktriniert zu werden. Alle Bereiche des Lebens waren betroffen, sogar das Weihnachtsfest. An Heiligabend versammelte der Schulleiter die Jungs.

H.Grothe: Jungs, heute ist Heiligabend. Und wir werden dafür sorgen, dass die Weihnachtsfeiertage sinnvolle Tage werden! Kurt, komm mal her!
Kurt Jawohl, Herr Grothe
H.Grothe: Kurt, du als Fähnleinführer dieser Jungen suchst dir noch drei andere Jungs aus und gehst in den Wald um einen Baum zu besorgen
Kurt Jawohl Herr Grothe, wird ausgeführt. Aber was machen wir, wenn wir von den Partisanen angegriffen werden. Wir befinden uns hier auf feindlichem Gebiet
H.Grothe: Ihr macht das was ich euch befohlen habe- geht!
Sprecher: Ein paar Stunden später kamen sie mit einem riesigen Tannenbaum zurück- unbeschadet.

Herr Grothe kam irgendwie in Weihnachtsstimmung als die Gruppe der Jungen sich bemühten den großen Baum in der Eingangshalle der Villa aufzurichten. Aber als der Baum dann stand, war er wieder der alte.

H.Grothe: Los, Jungen, ab in die Klassen. Dort wird Schmuck gebastelt, der den Führer und das Vaterland ehrt. Wir wollen den Baum mit hunderten kleinen Hakenkreuzfahnen schmücken und nicht mit diesem Unsinn von Sternen, Engel und Flitter.
Sprecher: Enttäuscht machten sich die Jungen auf den Weg
Reinhold: Hakenkreuzfahnen auf dem Weihnachtsbaum? Wo gibt es denn sowas?
Richard: Im dritten Reicht gibt es sowas! Das habe ich auch noch nie gesehen. Traurig, und Weihnachten war doch immer so schön. Mit den Lichtern und dem bunten Schmuck…

So, jetzt sind wir im Klassenzimmer angekommen.

Reinhold: Siehst du, der Herr Grothe steht schon da. Der will uns bestimmt wieder einen Vortrag über Führer, Volk und Vaterland halten.
Richard: Ja, der fängt schon an. So als ob es an Weihnachten nicht um Jesus sondern um Hitler geht.
Sprecher: Nachdem Herr Grothe seine Rede beendet hatte, verließ er die Klasse und überließ dem Fähnleinführer Kurt die Aufsicht, während die ganze Klasse die schwarz-weiß-roten Flaggen bastelte.
Reinhold Warum singen wir nicht Weihnachtslieder
Richard: Gute Idee, aber ich kann damit nicht anfangen
Sprecher: Als ob der Fähnleinführer das gehört hätte, fing er an zu singen:
Kurt: Stille Nacht, Heilige Nacht (Richard und Reinhold stimmen mit ein)
Sprecher: Froh sang die ganze Schar der Jungen dieses Lied mit. Eine Strophe nach der anderen erklang durch das Haus und über die Hakenkreuzfahnen hinweg. Gerade als sie bei der dritten Strophe angekommen waren, stürmte Herr Grothe hinein
H.Grothe: Aufhören! Sofort aufhören! Kaum habe ich euch den Rücken gekehrt, da fängt ihr schon an, diese alten jüdischen Gesänge zu singen. Was für Hitlerjungen seid ihr eigentlich. Warum singt ihr nicht die neuen Weihnachtslieder, die der Führer gegeben hat? Los, auf in die Halle mit euch. Schmückt den Baum, wenn ihr sonst nichts Besseres zu tun habt.
Sprecher: Traurig und entsetzt gingen alle Jungen in die Eingangshalle. Widerwillig schmückten sie den schönen Tannenbaum mit den Hakenkreuzfahnen. Kurt musste mit den Jungen versuchen die neuen und „richtigen“ Weihnachtslieder zu singen. Aber die Jungen war nicht bereit ihm dabei zu helfen und sangen nur halbeherzig mit. Herr Grothe fluchte und fuchtelte mit den Händen in der Luft.
H.Grothe: Eine Gruppe von Sturköpfen- euch bringe ich noch bei, gehorsam zu sein. Jeglicher Weihnachtsausgang wird gestrichen- ihr bleibt über die Feiertage im Haus sitzen.
Sprecher: Wütend zog Herr Grothe davon.

So hatten sie sich Weihnachten nicht vorgestellt. Ohne Lichter, ohne Geschenke und auch noch ohne richtige Weihnachtslieder. Nur ein großer Weihnachtsbaum geschmückt mit hunderten Hakenkreuzfahnen schaute kalt und leblos auf 160 Jungen nieder. Welch eine Ironie. Diese Fahnen, die nichts als Tod und Verderben auf ganz Europa gebracht haben, sollten nun besungen werden? Und der, der den Wahren Frieden gebracht hat, wurde ganz vergessen.

Zwischenspiel Klavier

Sprecher: Ein Jahr ist seitdem vergangen. Deutschland hat den Krieg verloren und liegt in Schutt und Asche. Reinhold ist wieder in Berlin, bei seiner Familie. Nach einer langen und gefährlichen Reise durch Österreich und Deutschland ist er endlich Zuhause angekommen. Aber in der Stadt Berlin sah es noch viel schlimmer aus, als in all den Städten die er auf seiner Reise gesehen hat. Ein Großteil der Stadt lag in Trümmern und mehr als 20 000 Menschen sind durch die Luftangriffe gestorben. Schrecklich sah es in Berlin aus. Dazu mangelte es noch am meisten an dem Notwendigsten: Essen und Brennstoff. Alles war ja zerstört und kaputt.
Mutter: Reinhold, was wühlst du da in dem Schutt rum. Suchst du etwas?
Reinhold: Mutter, schau mal. Hier in dem durcheinander habe ich noch einige Kisten gefunden. Schau mal was da drin ist!
Mutter: Oh Weihnachtschmuck! Und noch so viel! Glaskugeln, Sterne und und und… Nur…
Gudrun: …wo bekommen wir einen Weihnachtsbaum her? Dass wir Schmuck haben sehe ich, aber wo sollen wir den aufhängen?
Reinhold: Stimmt. Alles Holz, das man bekommen konnte wurde schon verbrannt. Aber lasst uns trotzdem suchen gehen.
Sprecher: Nach tagelangem Suchen fanden Reinhold und seine Schwester Gudrun ein paar immergrüne Zweige und rannten damit nach Hause.
Gudrun: Schaut mal, wir haben ein paar Äste gefunden. Jetzt können wir sie schmücken und aufstellen!
Sprecher: Während die Geschwister die Äste schmückten, backte die Mutter einen Kartoffelkuchen und sang Weihnachtslieder.

Welch ein Unterschied zum vorigen Jahr! Die paar Äste konnte man nicht mit dem großen Weihnachtsbaum in der Villa Fragner vergleichen, aber wenigsten sah er Weihnachtlicher aus! Es gab keinen Herr Grothe, der verbot, christliche Weihnachtslieder zu singen. Und endlich war der im Mittelpunkt, der der Grund für das Fest ist- Jesus Christus.

Zu dritt sangen sie „O du fröhliche“ und „Herbei, o ihr gläubigen“ Endlich waren sie beisammen.

Mutter: Kommt, Kinder, Heiligabend ist angebrochen. Lasst uns die Kerze anzünden. Huch! Das Licht geht aus. Schon wieder muss Strom gespart werden. Gut, dann lasst uns noch mehr Kerzen anzünden. Für Heiligabend dürfen wir uns diesen Luxus gönnen.
Sprecher: Die Mutter zündete fünf Kerzen an und im Wohnzimmer des Halbzerstörten Hauses stimmte die Mutter ein Lied an. Es war zwar kein Weihnachtslied, aber es passte so gut wie kein anderes zu der Stimmung in dem Zerbombten Nachkriegsberlin:
Mutter Heiland führ du dein Kind

Deine Hand ist stark und lind

Meine Burg, mein Fels, mein Licht

Jesu, meine Zuversicht!

Führe mich durch Nacht zum Licht

Und wenn alles wankt und bricht,

Bleib du meine Zuversicht.

Entlehnt aus dem Buch „Helden sollten wir sein: Eine Kindheit in den Kriegsjahren“ von Reinhold Kerstan, SCM R.Brockhaus, 2002.


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Nur auf Durchreise- Christlicher Wallpaper Hebräer 13,14

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Hebräer 13,14: Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Vergiss nie, dass in einigen Minuten dein Leben vorbei sein kann.
Vergiss nie, dass du nach deinem Tod nur wenigen in Erinnerung bleibst.
Vergiss nie, dass ein Großteil von unseren Werken mit 16 Zahlen auf einem Grabstein zusammengefasst werden.
Vergiss nie, dass du hier auf der Erde nur auf der Durchreise bist und nach dir wieder Menschen kommen werden, an die sich keiner mehr erinnern wird.
Vergiss nie, dass es nötig ist, sich auf das Leben nach der Reise vorzubereiten.
Vergiss nie, dass alleine Gott und sein Wort dir den Weg in dieser Durchreise erleuchten können.
Vergiss nie, dass du dazu berufen bist, die zukünftige Stadt, das ewige Leben zu suchen.

 


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Was wir von Kindern lernen können- Predigt

Was wir von Kindern lernen können

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Eine Predigt zu den Versen aus Matthäus 18,1-4

Zu jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist wohl der Größte im Reich der Himmel? Und Jesus rief ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen! Wer nun sich selbst erniedrigt wie dieses Kind, der ist der Größte im Reich der Himmel.

Bibelvers Wallpaper: 2.Mose 4,12

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2.Mose 4,12: So geh nun hin: Ich will mit deinem Mund sein und dich lehren, was du sagen sollst!«

Kein Mensch kann zu hundert Prozent wissen, welcher Mensch, welche Worte zu welchem Zeitpunkt braucht. Auch der einfühlsamste und liebevollste Mensch hat selbst mit freundlichen und lieben Worten hin und wieder nicht das richtige getroffen. Was wir unseren Mitmenschen sagen, ist oft nur ein Versuch, im Dunkeln auf eine schlecht sichtbare Zielscheibe in einem Porzellanladen zu schießen- immer wieder treffen wir nicht das was wir wollten. Wie gut ist es, wenn wir jemanden bitten können, der in die Herzen der Menschen schauen kann und fähig ist diese auch zu lenken. So kann Gott in das Herz meines Nächsten schauen und sehen was ihm fehlt, und mir, der ich ihn darum bitte die richtigen Gedanken ins Herz zu legen, mit denen meinem Nächsten geholfen werden kann. Jeder Christ sollte Gott darum bitten, ihm zu helfen, im richtigen Moment das richtige sagen zu können.

Sprüche 25,11: Wie goldene Äpfel in silbernen Schalen, so ist ein Wort, gesprochen zur rechten Zeit.

Alle Sabbat und Hall- und Jubeljahre der Geschichte

Ganz zu Beginn des Wirkens Jesu, liest er in der Synagoge von Nazareth aus der Schriftrolle von Jesaja. Vor allen Zuhörern spricht der Zimmermann Jesus folgende Verse:

Lukas 4,18-19 »Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden; er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, dass sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen, um zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn.«

Nachdem Jesus das gelesen hatte, bezog er diese Stelle auf sich- als Dank dafür und in großem Unglauben unterbrach ihn die Volksmenge in seiner Ansprache, stieß ihn aus der Synagoge hinaus und wollten ihn in einen Abgrund stürzen. Jesus aber bewies seine große Macht darin, dass er an der Klippe angekommen sich einfach umdrehte und durch die Menschenmenge zurückging, ohne dass diese ihm etwas antun konnten.

Die Auslegung ist für uns heute genauso Interessant, wie die damals für die Juden in Kapernaum. Denn neben der Bedeutung, dass Jesus hier bezeugt, dass er der Messias ist und Jesaja von ihm prophezeiht hat, hat auch eine andere, historische Bedeutung die Bibelleser interessiert.

Der Vers 19 „um zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn“ machte eine Bibelforscher aufmerksam: Die „Befreiung“ und „Freiheit“, die in dem 18. Vers erwähnt wird, deutet auf die Praktiken hin, die laut dem Gesetz Moses für die Sabbatjahre vorgesehen waren. Deswegen haben sich die Bibelforscher immer wieder darüber unterhalten, ob nicht gerade bei Jesu Wirkensbeginn 27n.Chr. ein Sabbat oder gar ein Jubeljahr gewesen ist.

Allen voran Floyd Nolen Jones, der versucht hat, das „angenehme Jahr des Herrn“ als Hall-und Jubeljahr zu deuten. In seinem Buch findet sich folgende Tabelle aller errechneten Jubeljahre von 1394 v.Chr, dem ersten Jubeljahr in Kanaan, bis 2085, dem letzten in dem 21. Jahrhundert:

Alle Jubeljahre
1 1395 v.Chr 23 317 v.Chr 45 762 n.Chr 67 1840 n.Chr
2 1346 v.Chr 24 268 v.Chr 46 811 n.Chr 68 1889 n.Chr
3 1297 v.Chr 25 219 v.Chr 47 860 n.Chr 69 1938 n.Chr
4 1248 v.Chr 26 170 v.Chr 48 909 n.Chr 70 1987 n.Chr
5 1199 v.Chr 27 121 v.Chr 49 958 n.Chr 71 2036 n.Chr
6 1150 v.Chr 28 72 v.Chr 50 1007 n.Chr 72 2085 n.Chr
7 1101 v.Chr 29 23 v.Chr 51 1056 n.Chr
8 1052 v.Chr 30 27 n.Chr 52 1105 n.Chr
9 1003 v.Chr 31 76 n.Chr 53 1154 n.Chr
10 954 v.Chr 32 125 n.Chr 54 1203 n.Chr
11 905 v.Chr 33 174 n.Chr 55 1252 n.Chr
12 856 v.Chr 34 223 n.Chr 56 1301 n.Chr
13 807 v.Chr 35 272 n.Chr 57 1350 n.Chr
14 758 v.Chr 36 321 n.Chr 58 1399 n.Chr
15 709 v.Chr 37 370 n.Chr 59 1448 n.Chr
16 660 v.Chr 38 419 n.Chr 60 1497 n.Chr
17 611 v.Chr 39 468 n.Chr 61 1546 n.Chr
18 562 v.Chr 40 517 n.Chr 62 1595 n.Chr
19 513 v.Chr 41 566 n.Chr 63 1644 n.Chr
20 464 v.Chr 42 615 n.Chr 64 1693 n.Chr
21 415 v.Chr 43 664 n.Chr 65 1742 n.Chr
22 366 v.Chr 44 713 n.Chr 66 1791 n.Chr

Und es zeigt sich, dass im Jahr 27 n.Chr. ein Jubeljahr gewesen ist- Das ist genau das Jahr, in dem Jesus in der Synagoge von Kapernaum stand und die Verse aus Jesaja 61,1-2 vorgelesen hat. Eine sehr erstaunliche Parallele!

In Beschäftigung mit dieser Thematik habe ich auch ein Kalender erstellt, in dem alle Sabbat und Jubeljahre der Geschichte eingezeichnet sind.

Wenn man den jüdischen Kalender genau nimmt, dann geht ein Jubeljahr von September bis September (Erklärung dazu hier auf Seite 288ff). In dem obigen Kalender (nach gregorianische Zählung) kann man der hebräischen Jahreszählung nicht gerecht werden, weswegen lediglich das Jahr mit dem Beginn des Jubel- bzw. Sabbatjahres markiert ist. 27 n.Chr. entspricht also dem Jubeljahr von September 27 bis September 28 n.Chr.

Für die, die sich mit der Thematik ein wenig mehr auseinandersetzen möchten oder den Kalender für andere Aufgaben brauchen, sind die Dateien als Download frei verfügbar.


Downloads

Kalender aller Sabbat und Jubeljahre

Alle Sabbat und Jubeljahre.pdf

Alles Sabbat und Jubeljahre.xlsx


 

Die Welt verändern? Nicht mit Theorien!

RieneckerDownload

Fritz Rienecker: Der Mensch damals wie heute wird nicht von Theorien gepackt, sondern… von der Ganzheit und Echtheit eines „Lebens in Christo“

Du willst die Welt verändern? Die Erde zu einem schöneren Platz machen? Dann fange heute damit an! „Womit?“ fragst du jetzt bestimmt. Fritz Rienecker sagt, dass du nicht mit „Theorien“ anfangen sollst.

Was hilft es, alle Zahlen vom Waldsterben in Deutschland zu wissen, aber trotzdem sein Altöl in rostigen Kanistern hinter der Garage stehen zu haben? Was hilft es, in Internetforen heftig über die jetzige Politik zu schimpfen, aber nicht einmal den Gang zum Wahllokal zu machen? Was hilft es, ganz genau zu wissen, welcher Mensch wo und wie zu handeln hat, aber selber sein Leben nicht in den Griff zu bekommen? Was hilft es, ein großer Theologe zu sein, aber kein heiliges, echtes Leben als Christ zu führen?

Wollen wir der Welt helfen, sie verändern, die Menschen begeistern, dann geht das nicht mit bloßen Theorien sondern mit Taten. Und die wirksamste Tat ist ein echtes, ganzes und Heiliges Leben mit Christus. Das hat seit Jahrhunderten immer wieder die Welt verändert und wird in den nächsten uns gegebenen Jahren genauso wirksam sein. Nicht theoretisch abstrakte Philosophien und Diskussionen verändern die Welt zum besseren, sondern der Beginn eines Lebens mit Gott! Fange damit an und verändere die Welt!

Psalm 60,14: Mit Gott werden wir Gewaltiges vollbringen…


Quellen:

Zitat: Wuppertaler Studienbibel, Das Evangelium des Lukas, Seite 198, 13.Auflage 2000, R. Brockhaus Verlag, Wuppertal

Bild: Cover des Buches Das Schönste kommt noch von Fritz Rienecker


 

Gedicht zur Reformation an die Kirchen

Brennender Baum

Warum hinket ihr auf beiden Seiten?
Warum tut ihr das, was Gott missfällt?
Anstatt sich von seinem Wort zu leiten,
Tut ein jeder das, was ihm gefällt.

Hirten, Lehrer, Priester Pfarrer aller Landen
Wiedersprechen öffentlich dir, meinem Gott
Verachten, Herr dein Wort nur immerfort
Obwohl die Heilige Schrift sie nie verstanden

Blinde Blidenleiter auf Synoden
Verführet von der Professoren Stamm
Gewurzelt nur auf kargen Boden
Wenig Frucht bisher von ihnen kam.

Und dennoch nennen sie sich deine Kirche
Gott- und lieben nimmermehr dein Wort
Ihr Leben für dich- ein beißender Spott
Sie verachten das Leben und wählen den Tod.

Gedenken wollen sie an alte Zeiten
Doch sie handeln wie die Väter nicht
Das Volk, in dem Aufging ein großes Licht
Ließ sich verleiten und kommt nun ins gleiten.

Gott, welch ein Feuer muss den fallen,
Dass die Heidenchristenschar
An deinem Wort hat Wohlgefallen
Und zweifelt nicht an dem, was ewig Wahr.

Wie lange wird es denn noch dauern
Bis der letzte Baum vertrocknet und verbrannt?
Dass dein Segen kann in Schauern
Segnen die, die sich zu dir bekannt?

Wenn doch die ganze Welt zusammenliefe
Mit einer Stimm in Eintracht riefe
Das eine Wort nur immerfort:
Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott

Christian Fürchtegott Gellert: Fabeln und Erzählungen als PDF Download

Christian Fürchtegott Gellert wurde 1715 als fünftes Kind einer 13köpfigen Pastorenfamilie   geboren. Seine ärmlichen Verhältnisse zwangen ihn später dazu, sein begonnenes Studium der Theologie und Philosophie unterbrechen zu müssen. Nachdem er sich mit Privatunterricht und Übersetzungen wieder etwas Geld verdienen konnte, schloss er 1744 als 29-Jähriger sein Studium mit einer Dissertation über die Theorie und Geschichte der Fabeln ab.

Als 30-Jähriger fing er an Vorlesungen über  Moral, Beredsamkeit und Poesie zu halten und wurde 1751 mit 36 Jahren zum außerordentlichen Professor für Philosophie in Leipzig ernannt.

Besonders sein Lied, das er 1757 während dem Siebenjährigen Krieg schrieb, ist uns bis heute sehr gut bekannt: Wie groß ist des Allmächtgen Güte. Aber auch seine Vorlesungen über die Moral mussten damals großen Eindruck auf die Bevölkerung Deutschlands gemacht haben. Johann Wolfgang von Goethe besuchte Vorlesungen des Professors Gellert und schreibt später über seine Morallehre, dass sie das „Fundament der deutschen sittlichen Kultur“ sei.

Während seines Lebens gehörten seine Werke  zu den meistgelesenen Schriften Deutschlands. Besonders gut gelungen sind seine Fabeln und Erzählungen in Gedichtform mit einer moralischen Pointe. Sehr tiefsinnig verstand Gellert es, wichtige moralische Verhaltensweisen durch einfache Geschichten zu verdeutlichen und sind deswegen selbst heute für jeden Leser eine Freude beim lesen und eine Bereicherung für das Leben.

Eines seiner über 148 Fabeln und Erzählungen hier als Kostprobe (unten gibt es das gesamte Werk als kostenlosen Download):

Ein Bär, der lange Zeit sein Brot ertanzen müssen,
Entrann, und wählte sich den ersten Aufenthalt.
Die Bären grüßten ihn mit brüderlichen Küssen,
Und brummten freudig durch den Wald.
Und wo ein Bär den andern sah:
So hieß es: Petz ist wieder da!
Der Bär erzählte drauf, was er in fremden Landen
Für Abenteuer ausgestanden,
Was er gesehn, gehört, getan!
Und fing, da er vom Tanzen redte,
Als ging er noch an seiner Kette,
Auf polnisch schön zu tanzen an.
Die Brüder, die ihn tanzen sahn,
Bewunderten die Wendung seiner Glieder,
Und gleich versuchten es die Brüder;
Allein anstatt, wie er, zu gehn:
So konnten sie kaum aufrecht stehn,
Und mancher fiel die Länge lang danieder.
Um desto mehr ließ sich der Tänzer sehn;
Doch seine Kunst verdroß den ganzen Haufen.
Fort, schrien alle, fort mit dir!
Du Narr willst klüger sein, als wir?
Man zwang den Petz, davonzulaufen.

Sei nicht geschickt, man wird dich wenig hassen,
Weil dir dann jeder ähnlich ist;
Doch je geschickter du vor vielen andern bist;
Je mehr nimm dich in acht, dich prahlend sehn zu lassen.
Wahr ists, man wird auf kurze Zeit
Von deinen Künsten rühmlich sprechen;
Doch traue nicht, bald folgt der Neid,
Und macht aus der Geschicklichkeit
Ein unvergebliches Verbrechen.


 

TitelDownload

Christian Fürchtegott Gellert

Fabeln und Erzählungen

Das gesamte Buch mit 148 Erzählungen und Fabeln in Gedichtform von Christian Fürchtegott Gellert als Download. Bearbeitetes Material von Projekt Gutenberg

Inhalt: 293 Seiten

 

 


Weiteres MaterialTitel190 Erzählungen für die Jugend von Christoph von Schmid