Wie der Meister sollt ihr sein…

Unvorstellbar der Gedanke, dass wir so sein sollen wie unser Meister Jesus Christus. „Das werden wir doch nie können“ sagen viele- und versuchen es nicht einmal. Sogar nicht einmal, diese Thematik zu verstehen. Trotzdem sagt die Bibel an mindestens zwei Stellen, dass wir so werden sollen wie Jesus bzw. vollkommen sein sollen:

Der Jünger ist nicht über seinem Meister; jeder aber, der vollendet ist, wird so sein wie sein Meister.
Lukas 6:40

Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist!
Matthäus 5:48

Aber wie geht das? Wir sind sündige Menschen und können niemals das erreichen, was Gott von uns fordert. Trotzdem ist es falsch, zu meinen dass wir das nie erreichen werden und allein der Wunsch, diese Verse zu erfüllen, ausreichend sei für uns Christen. Nein- wir können, vielmehr noch: wir sollen vollkommen sein, wie unser Vater im Himmel vollkommen ist.
Worin liegt die Vollkommenheit? Wohl weniger an uns als an Gott. Allein durch den Versuch, unsere eigene Vollkommenheit erreichen zu wollen, werden wir tief enttäuscht. Die richtige Vollkommenheit kann nicht erarbeitet oder verdient werden- nein sie wird uns zugerechnet und geschenkt! Vollkommen oder Gerecht zu sein wird uns aufgrund des Glaubens angerechnet:

…wer dagegen keine Werke verrichtet, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet.
Römer 4:5

Die Vollkommenheit die Jesus von uns verlangt liegt nicht in einem Werk, sondern der Zurechnung. Durch den Glauben wird Jesu gerechtigkeit uns zugerechnet und durch die Zurechnung sind wir vollkommen geworden. Vollkommen Gerechtfertigt!

Ihr sollt heilig sein, denn ich bin Heilig

Heiligung- ein sehr wichtiger Punkt im leben eines Christen. Absonderung von der Sünde, leben nach Gottes Wort: so einfach ist das (beschrieben). Aber bevor das Leben in Heiligung überhaupt geführt werden kann, muss man eine Grundlegende Sache beachten:
Der einzige Grund heilig zu leben, ist der, dass Gott heilig ist. Wie es in 1.Pet. 1,16 steht:

Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!

Einen herrlicheren und schöneren Grund kann es nicht geben; Heiligung ist nicht etwas, was für mich selber oder für andere Christen da ist. Heiligung ist nicht dazu da, um in christlichen Kreisen als besonders Geistlich angesehen zu werden.  Heiligung ist ein absoluter Anspruch Gottes. So wie er ist, so sollen auch wir sein. Um seinetwillen, nicht um unseretwillen.

Erkenntnis

Wenn aber jemand meint, etwas erkannt zu haben, der hat noch nicht erkannt, wie man erkennen soll; 1.Kor. 8,2

Alles Wissen ist Stückwerk, niemals können wir Menschen zur vollen Erkenntnis gelangen. Und das wusste auch Paulus- dass der, der behauptet etwas erkannt zu haben, in Wirklichkeit noch nicht erkannt hat. „Suche die Erkenntnis, aber hüte dich vor denen, die behaupten, dass sie sie hätten“ umschreibt diesen Vers sehr treffend. Weshalb soll man diese demütige Einstellung haben?

…die Erkenntnis bläht auf, aber die Liebe erbaut. 1.Kor. 8,1b

Eine Person, die von sich behauptet „die Erkenntnis“ bekommen zu haben ist nicht besonders glaubwürdig, weil unser Wissen Stückwerk (1.Kor. 13,12) ist. Der Gedanke, die Erkenntnis über bestimmte Lebensbereiche zu haben, lässt uns nicht bessere Christen werden, nein- es macht uns nur hochmütig. Als Warnung vor dem Stolz soll diese Stelle über die Stadt Tyrus dienen:

Deine Weisheit und deine Wissenschaft haben dich verführt, dass du bei dir selbst gedacht hast: Ich bin’s und sonst niemand! (Jes. 47,10)

Nicht, dass Erkenntnis verwerflich wäre, noch komplett unnötig. Wer das behauptet hat auch „noch nicht erkannt wie man erkennen soll.“ Aber haben wir durch die Erkenntnis einen Vorwand gefunden, uns über andere Menschen zu erheben, dann sind wir nicht Erleuchtete, sondern die dümmsten auf der Welt.