6 Merkmale einer geistlich reifen Persönlichkeit

Geistliche reife PersonWann ist man geistlich reif? Was fehlt mir noch, um ein heiligeres Leben zu führen? In der Doktorarbeit unseres Bibelschulleiters habe ich folgende sechs Punkte gefunden, an denen sich jeder selber prüfen und  in Zukunft wachsen kann.

  1. Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeitsstruktur und gezieltes Arbeiten an Charakterschwächen
  2. Fortwährendes geistliches Wachstum (Heb. 5,11-12)
  3. In den Erkenntnissen in der Bibel gegründet und nicht von „jedem Wind der Lehre umhergetrieben“ (Eph. 4,14)
  4. Einheit des Glaubens und Erkenntnis Jesu Christi mit einem Auge für seinen Sinn und Willen (Eph. 4,13)
  5. Das Vermögen, Gutes von Bösem zu unterscheiden. (Heb.5,14)#
  6. Liebe zu Gott und den Mitmenschen. (Mt. 22,37-40)

Was fehlt dir noch zu einer geistliche reifen Persönlichkeit?

 

Wer nur den lieben Gott lässt walten

Der 30 jährige Krieg tobt in Deutschland, der junge Georg Neumarkt hat vor, fern der Heimat in Königsberg zu studieren. Auf dem Wag dahin wird die Postkutsche in der er fuhr überfallen und das Vorhaben fällt ins Wasser. Doch zurück führt auch kein Weg, der grauenvolle Krieg hindert ihn an der Rückkehr in seine Heimatstadt Mühlhausen in Thüringen. Georg Neumarkt versucht daraufhin als Hauslehrer über die Runden zu kommen, was ihm mäßig gelingt. In dieser Not schrieb er das Lied „Wer nur den lieben Gott lässt walten„- ein Lied, das von größtem Gottvertrauen spricht und mich schon seit meiner Kindheit geprägt hat.

Grundlegend für dieses Lied ist der Vers aus Psalm 55,23

Psalm 55,23: Wirf dein Anliegen auf den Herrn, und er wird für dich sorgen; er wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen!

Wer nur den lieben Gott lässt walten
und hoffet auf ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten
in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,
der hat auf keinen Sand gebaut.

Was helfen uns die schweren Sorgen,
was hilft uns unser Weh und Ach?
Was hilft es, dass wir alle Morgen
beseufzen unser Ungemach?
Wir machen unser Kreuz und Leid
nur größer durch die Traurigkeit.

Man halte nur ein wenig stille
und sei doch in sich selbst vergnügt,
wie unser’s Gottes Gnadenwille,
wie sein Allwissenheit es fügt;
Gott, der uns sich hat auserwählt,
der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt.

Er kennt die rechten Freudenstunden,
er weiß wohl, wann es nützlich sei;
wenn er uns nur hat treu erfunden
und merket keine Heuchelei,
so kommt Gott, eh wir’s uns versehn,
und lässet uns viel Guts geschehn.

Denk nicht in deiner Drangsalshitze,
dass du von Gott verlassen seist
und dass ihm der im Schoße sitze,
der sich mit stetem Glücke speist.
Die Folgezeit verändert viel
und setzet jeglichem sein Ziel.

Es sind ja Gott sehr leichte Sachen
und ist dem Höchsten alles gleich:
Den Reichen klein und arm zu machen,
den Armen aber groß und reich.
Gott ist der rechte Wundermann,
der bald erhöhn, bald stürzen kann.

Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
verricht das Deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen,
so wird er bei dir werden neu;
denn welcher seine Zuversicht
auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Wer ist ein Gott wie du?

Wer ist ein Gott wie du

Eine Eigenschaft von Gott erfüllt mich immer wieder mit Bewunderung und Ehrfurcht- sein Erbarmen, mit dem er sich den Geringsten und Schwächsten zuwendet und sich gerade als ihr Gott ausgibt.

Psalm 68,6 Ein Vater der Waisen, ein Anwalt der Witwen ist Gott, der in seinem Heiligtum wohnt;

Der Größte, Stärkste und Erhabenste, der Gott des Himmel und der Erde ist sich nicht zu gering, als ein Vater der Waisen und Anwalt der Witwen genannt zu werden. Wo gibt es einen Gott der ähnliches tut? Zeigt ihn mir! Wo ist ein Herrscher oder Prophet, der als Vater der Waisen und Anwalt der Witwen bekannt ist? Ich möchte von ihm hören. Nie ist jemand vergleichbar mit diesem einen Gott, der so voller Erbarmen ist.

Davon leitet sich auch das Verhalten der Kinder Gottes ab: sie sind es, die sich um Waisen und Witwen kümmern, weil ihr Vater im Himmel ein Vorbild dafür ist.

Jesaja 1,17 Lernt Gutes tun, trachtet nach dem Recht, helft dem Bedrückten, schafft der Waise Recht, führt den Rechtsstreit für die Witwe!

Mich freut es, dass Gott in seiner Größe sich der Menschheit zuwendet- und dann nicht nur zu den stärksten und besten, sondern zu denen, die gering sind, die arm sind, die zerschlagen und bedrückten Geistes sind. Um solche kümmer sich mein Gott, der ewige und erhabene allmächtige Vater und ich bin mir auch sicher, auch um dich, der du das gelesen hast.

Micha 7,18Wer ist ein Gott wie du, der die Sünde vergibt und dem Überrest seines Erbteils die Übertretung erlässt, der seinen Zorn nicht allezeit festhält, sondern Lust an der Gnade hat?

 

Meine Wunschliste

In der Bibel haben wir eine Menge an Vorbildern mit exzellenten Charakterzügen, die mir ein großer Anreiz sind, genauso zu werden.

Jesus setzt die Maßstäbe für uns in Matthäus 5,48 nicht gerade tief:

Matthäus 5,48:  Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist!

Wie sollen wir nun werden? Vollkommen wie unser Vater im Himmel. Dieser Weg wurde uns von den Gerechten der alten Zeiten in der Bibel aufgezeichnet. Mein wunsch ist es, dem nachzukommen und wie:

  • Abraham glauben (1.Mose 15,6)
  • Isaak vertrauen (1.Mose 22,6-8)
  • Jakob kämpfen (1.Mose 32,29)
  • Joseph der Sünde fliehen (1.Mose 39,13)
  • Mose sanftmütig sein (4.Mose 12,3)
  • Kaleb gegen den Strom schwimmen (4.Mose 13,30)
  • Josua vorangehen (5.Mose 31,23)
  • Samuel Gottesoffenbarungen in der Heiligen Schrift haben (1.Samuel 3,21)
  • David ein Mann nach Gottes Herzen sein (Apostelgeschichte 13,22)
  • Salomo weise sein (1.Könige 3,12)
  • Elia beten (Jak. 5,17)
  • Elisa voll Geistes sein (2.Könige 2,9)
  • Jesaja Gottes stimme Hören (Jesaja 6)
  • Jeremia Gottes Wort verkündigen (Jeremia 20,9)
  • Daniel sich nicht verunreinigen (Daniel 1,8)
  • Petrus voll Missionsdrang sein (Apostelgschichte 2,14)
  • Paulus die Geheimnisse der Schrift erkennen (Epheser 3,4)
  • Lukas schreiben können (Lukas 1,3-4)
  • Jesus predigen können (Matthäus 7,29)
  • Jesus sanftmütig und demütig sein (Matthäus 11,29)

Vollkommen sein, wie mein Vater im Himmel vollkommen ist (Matthäus 5,48)

Wunschliste

Download

 

Christoph von Schmid: 190 Erzählungen für die Jugend PDF/DOCX Download

christoph_von_schmid
Christoph von Schmid Wiki CC

Christoph von Schmid (1768- 1854) war ein christlicher Schriftsteller, der pädagogische Anliegen in einfachen Geschichten mit leicht verständlicher Sprache formulierte. Hervorragend sind seine 190 kleine Erzählungen für die Jugend, in denen er wichtige biblische und ethische Verhaltensweisen in Geschichten und Parabeln formuliert. 

Die Geschichten eignen sich gut für Prediger, die nach Beispielen und Metaphern für geistliche Wahrheiten suchen- sie sind bei Christoph von Schmid reichlich zu finden. Kinder- und Jungscharleiter können das Angebot genauso nutzen. Im Projekt Gutenberg sind einige Werke digitalisiert. Aus den 190 Erzählungen für die Jugend habe ich folgende als Kostprobe gewählt:

 

city-1487891_1920

Der mutwillige Spötter

Andreas, ein blinder Jüngling, ging einst mit Hilfe seines Stabes sehr langsam und bedächtig aus der Kirche nach Hause. Lukas, ein mutwilliger Bauernbursche, spottete über ihn und rief: Wollen wir nicht miteinander eine Wette anstellen? Gilt’s zehn Taler, ich laufe schneller, als du? – Der blinde Andreas sagte: Ja, es gilt – wenn ich einen Weg wählen darf, den ich kenne, und eine Zeit, die mir gelegen ist. – Lukas schlug sogleich mit Lachen ein und nahm alle Umstehenden zu Zeugen. – Der Blinde sagte: Nun gut! So wollen wir heute Nacht um zwölf Uhr zur Wette in die Stadt laufen. – Mit dem zwölften Glockenschlage gingen sie ab. Die Nacht war sehr finster und der Weg führte durch einen dunkeln Wald. Andreas, welchem Tag oder Nacht einerlei war, erreichte noch vor Anbruch der Morgenröte die Stadt. Der spöttische Lukas aber verirrte sich im Walde, stieß bald den Kopf an einen Baumast, fiel bald über eine Wurzel, verwickelte sich bald in den Dornen, und kam erst in der Stadt an, als die Sonne bereits hoch am Himmel stand.

Er musste die zehn Taler bezahlen, und jedermann sagte: Es ist ihm recht geschehen, und er hätte noch eine größere Strafe verdient.

Treib mit Unglücklichen nie Spott,
sonst straft dich der gerechte Gott.

Titel


Downloads:

190 kleine Erzählungen für die Jugend.pdf

190 kleine Erzählungen für die Jugend.docx