Wie sieht die praktische Hingabe des Leibes aus?

Stellung des Leibes

In dem ersten Artikel haben wir betrachtet, Was die Bibel meint, wenn sie von „Leib“ und „Fleisch“ spricht. Hier möchten wir uns damit auseinandersetzen, wie nun der Vers aus Römer 12, 1 richtig ausgelebt werden kann.

Römer 12,1 Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst!

Heiligung ist der Beginn und das Ziel der Hingabe

Wie schon im ersten Artikel erwähnt, muss die Hingabe zusammen mit der Heiligung betrachtet werden. Die Heiligung ist „ganz und gar Gottes Werk[1]“ indem er uns von der Welt absondert[2].  Dieses geschieht vor der Hingabe durch die Wiedergeburt. Diese Heiligung für Gott erfordert von dem Christen eine Tat: Seinen ganzen Leib als ein heiliges Opfer Gott darzubringen[3]. Die Folge dieser Hingabe ist ein heiliger Lebenswandel, der sich durch Reinheit und Makellosigkeit auszeichnet. Demzufolge ist die Hingabe eine Antwort auf das heiligende Wirken Gottes in uns und führt zu einem heiligen Lebenswandel. Nie ist die Hingabe als Selbstzweck zu sehen und getrennt von Gottes Ansprüchen auszuführen, was sonst zu Gesetzlichkeit und bloßer Kasteiung des Leibes führt[4].  Es ergibt sich nun folgender Ablauf:

Von Gott geheiligt[5] → Hingabe des Leibes[6] → Heiliger Lebenswandel[7]

Die Begründung für die Hingabe und Heiligung

Der menschliche Leib kann nur unter zwei Herrschaftsbereichen stehen: entweder gehört er Gott oder dem Satan. Die letztere Herrschaft hat sich keiner ausgesucht, sondern jeder wurde darin geboren. Unter die Herrschaft Gottes gelangt man aber durch die Bekehrung und durch die Wiedergeburt. Durch das Einziehen des Heiligen Geistes in das Fleisch, dem Todesleib, wird dieser erneuert[8] und unter die Herrschaft Gottes getan. Aus diesem neuen Leben ergeben sich aus dem NT folgende Gründe zur Hingabe:

  1. Der Leib gehört nicht mehr uns, sondern Gott[9].
  2. Der Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes[10].
  3. Weil Gott heilig ist, sollen auch wir heilig sein[11].
  4. Heiligung ist das Ziel Gottes mit uns[12].

Wie sieht die praktische Hingabe aus?

Im diesem Punkt möchten wir  anhand der vier Begründungen zur Hingabe betrachten, wie ein Leben in Hingabe aussieht.

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Was meint die Bibel, wenn sie von „Leib“ und „Fleisch“ spricht?

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Im Laufe der Kirchengeschichte hat der Körper des Menschen (in der Bibel als „Leib“ bezeichnet) unterschiedlichste Wertungen und Behandlungen erfahren. Es gab Zeiten und Kreise, in denen der Leib und die damit verbundenen Triebe aufs gröbste verherrlicht und ausgelebt wurden, während es Gruppen gab, die alles „Leibliche“ als fleischlich und sündig auslegte und den Leib aufs äußerste kasteite. In zwei Artikel möchte ich ausarbeiten,

  1. Was in der Bibel gemeint ist, wenn von „Leib“ oder „Fleisch“ gesprochen wird.
  2. Was es bedeutet, den Leib Gott hinzugeben.

Einleitung

Der Leib des Menschen ist zuallererst der sichtbare Körper und „Sitz des irdischen Lebens[1]. In der Komplexität der biblischen Ursprachen liegen dem schlichten Wort „Leib“ mehrere Begriffe zugrunde und ist deswegen nicht leicht von anderen Begriffen abgrenzbar.

Im hebräischen liegt zuvorderst בּשׂר (basar[2]) der Übersetzung des Begriffes „Leib“ zugrunde, was aber je nach Übersetzung mit „Fleisch“ wiedergegeben wird[3]. Aber auch גּויּה (gewja[4]),  בּטן (beten[5]) und מעה (me’e[6]) werden mit Leib übersetzt und beschreiben zumeist den sichtbaren Körper. In der Verwendung des Begriffes zeigt sich aber, dass oft keine Unterscheidung zwischen Leib und Seele gemacht wird[7]. Bei tieferem Betrachten der Verse kann man erkennen, dass „Fleisch“ mehr die beseelte Substanz oder Stoff beschreibt, „während „Leib“ den wunderbaren Organismus bezeichnet, den Seele bzw. Leib bewohnen.[8]

Im neuen Testament wird hauptsächlich in den paulinischen Briefen streng zwischen Leib und Fleisch unterschieden. Für Leib wird hauptsächlich σῶμα (soma[9]) wiedergegeben und beschreibt den natürlichen, sichtbaren und neutralen Leib. Für die Übersetzung „Fleisch“ hingegen beschreibt das griechische σάρξ (sarx[10]) den Sitz der Sündenmacht[11] und hat einen weit negativeren Begriff als das Alttestamentliche בּשׂר (basar).

Im zweiten Teil der Ausarbeitung soll erarbeitet werden, wie die Hingabe im Leben des Christen auszusehen hat. Nee sagt zu Hingabe, dass sie „nicht das Ziel eines geistlichen Lebens [ist] sondern lediglich der Anfang [… und] in die Heiligung[12]“ führt. Heiligung ist das Werk Gottes in uns, die Hingabe des Leibes und Lebens soll unsere Antwort darauf sein[13].

In dieser Ausarbeitung soll aufgezeigt werden, wie der gläubige Mensch sein Leib (σῶμα/ soma) aus richtigen Motiven in eine für Gott wohlgefällige Weis hingibt.

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Wie könnte man Gott nicht vertrauen?

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Zurzeit arbeite ich den BFU-Fernkurs zum Hebräerbrief durch und bin beim dritten Kapitel angelangt. Dort wird in Vers 16 auf Kaleb und Josua angespielt, die allein von den über 600 000 Männern das Vorrecht bekamen, in das verheißene Land einzuziehen. Doch warum? Folgendes wird in dem Kurs über ihren Glauben ausgesagt:

Sie ehrten Gott, indem sie glaubten, dass sein Wort absolut wahr ist, seine Macht unendlich, seine Gesinnung unverändert barmherzig und dass seine Treue so groß ist, dass er keine Hoffnung in uns weckt, die er nicht erfüllen wird.

Dieser Satz hat mich berührt: Ja genauso ist mein Gott, genauso ist unser Gott! Und genau das erlebe ich auch täglich- warum sollte ich einem solchen Gott nicht vertrauen? Und jeden der gerade eine geistliche Tiefphase durchleben muss will ich zurufen: Schau auf Gott und nicht auf deine Probleme. Schau auf das Kreuz und nicht auf die Schlangen. Denn in Christus liegt unsere Kraft!

Sprüche 3,6: erkenne Ihn auf allen deinen Wegen, so wird Er deine Pfade ebnen.

Eine Bibel überlebt einen Brandanschlag in Kirgisien- Wallpaper zu Lukas 21,33

Eingeschlagene Fenster, vom Rauch geschwärzte Decken, kahle Bankgerippe und eine verkohlte Kanzel sind das Ergebnis eines Brandanschlags auf eine Baptistengemeinde in Kadschysai (Region Yssykköl), Kirgisistan. Auch Open Doors berichtete von diesem Anschlag vor wenige Tagen. Durch eine befreundete Familie bekam ich weitere Bilder und einen Bericht zugeschickt, die mehr von der Gemeinde und dem Brand zeigten. Ein Bild hat es mir besonders angetan, das Bild einer Unversehrten Bibel auf einem Stapel verkohlter Bücher und einer herabgefallener Tapete. Der Inhalt ist wunderbar erhalten geblieben und selbst der Buchschnitt ist trotz des Brandes unversehrt geblieben- ein Wunder. Andere Bücher, es waren wohl Liederbücher, sieht man auf einem anderen Bild größtenteils verkohlt auf ihren Stapeln- aber der Bibel ist nichts geschehen. Auch Open Doors erwähnt es in dem Artikel:

Trotz der Zerstörung sind einige Dinge in dem Gebäude erstaunlich unversehrt geblieben: die Bibel, das Klavier und das Dach.

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Die unversehrte Bibel

Das hat mich dazu inspiriert ein Verbild zu erstellen mit dem Vers aus Lukas 21,33

Lukas 21,33: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

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Hier sind noch weitere Bilder von dem Gemeindehaus nach dem Brand und das Aussehen nach den ersten Renovierungsarbeiten.

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Wie dient man Gott wie ein Apostel?

„Im Dienst des besten Herrn“– das kann ein Christ und Diener für Gottes Sache wirklich von sich behaupten. Das Buch von Warren W. Wiersbe mit dem gleichen Titel richtet sich in 30 Gesprächen an die neuen und alten Diener in Gottes Weinberg. Aus seiner langjährigen Erfahrung als Pastor und Lehrer vermittelt er dem Leser wie in einem vertraulichen Gespräch Dinge, die für den Dienst wichtig sind.

Überaus wichtig finde ich die Aussage, wie man in gottgewollter Weise und nach dem Vorbild der Apostel dienen kann. Vier Punkte nennt er:

  1. Die göttliche Hilfsquelle kennen
    • Wir dienen nicht aus eigener Kraft- Wenn Gott uns den Auftrag gegeben hat, gibt er uns auch die Kraft zu dem Dienst.
  2. Voll Mitleid die menschlichen Nöte wahrnehmen
    • Ein Herz, das von Gottes Liebe erfüllt ist, sieht die Nöte der Menschen und geht nicht kaltherzig an ihnen vorüber.
  3. Kanäle für Gottes mächtige Hilfsquelle werden
    • Das Werk ist nicht unser Werk- wir sind lediglich Werkzeuge, Kanäle und Sprachrohre, durch die der Heilige Geist wirkt. Das bewahrt vor Hochmut
  4. Gott allein verherrlichen
    • Unser Dienst soll allein das Ziel haben, dass die Menschen beginnen Gott zu loben und zu danken. Ist Gott durch den Dienst gepriesen, ist das ein richtiger Dienst. Das bewahrt vor Selbstdarstellung.

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Würde jeder, der sich „Diener Gottes“ nennt, nach diesen vier Punkten handeln, würde bald die ganze Welt erfüllt sein von den herrlichen Taten Gottes und die Menschen würde Gott preisen für die Dinge, die er tut. Wie damals in Jerusalem bei der Heilung des 40 jährigen Gelähmten:

Apg. 4,21 Sie aber drohten ihnen noch weiter und ließen sie frei, weil sie wegen des Volkes keinen Weg fanden, sie zu bestrafen; denn alle priesen Gott über dem, was geschehen war.

 


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Prosa: Meine Arbeit bei dem größten Arbeitgeber der Welt- Gott

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Die Gefahr des leblosen Bibelstudiums

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Zur Zeit lese ich das Buch  Seelsorge mit der Bibel von Jay E. Adams. Auf Seite 38 haben mir folgende Zeilen viel zu denken gegeben:

Lernen um des Lernens willen führt auf diesem Gebiet dazu, dass die Bibel nur noch zum Argumentieren benutzt wird. Sie gibt dann nur noch Auskunft zu geschichtlichen und dogmatischen Fragen und bestenfalls einige Anweisungen moralischer Art.

Als Bibelschüler weiß ich genau, was das bedeutet und jeder, der sich intensiv mit dem Wort Gottes auseinandersetzt, versteht diesen Gedanken. Die Bibel soll nicht gelesen werden nur um sein Wissen zu vermehren oder einen guten Standpunkt in Diskussionen zu haben, sondern sie soll gelebt werden! Bei mir merke ich es, dass ich denke „Aha, noch eine Verheißung, die muss ich im Text markieren“ ohne aber einen Schritt zurück zu machen und zu sagen „Herrlich, noch eine Verheißung für mich!“.  Deshalb folgert Adams:

Prediger und Pastoren sollen ihren Gemeindegliedern deshalb helfen, die Bibel auch praktisch anzuwenden. Sie werden sich und ihren Gemeindegliedern damit viel Kopfzerbrechen und viele Stunden seelsorgerliches Gespräch ersparen.

Die Bibel nur um des Wissens und des Lernens zu studieren ist eine große Fehlentscheidung. Bibelschulen zu besuchen, nur um einen Abschluss zu bekommen oder sein Bibelwissen zu vermehren trägt eine große Gefahr in sich: Denn wenn eine Bibelschule oder das Bibelstudium einen Christen nicht heiliger und reiner macht, macht es ihn nur zu einem besseren Heuchler.

Ich wünsche deshalb jedem Christen, insbesondere aber Bibelschülern und Theologiestudenten, dass ihr Glaube nicht nur eine Kopfsache wird, sondern das gesamte Leben prägt und die Worte Gottes im Leben umgesetzt werden.

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Christliche Partnersuche im Internet

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Vorgeschichte

Eines Tages schrieb mich der Autor diese Bloges an und fragte mich, ob ich nicht Interesse hätte einer Anfrage zu beantworten, die ihn per E-Mail erreichte. Die Anfrage hatte folgende Fragen:

Denken Sie, dass eine christliche Singlebörse etwas Gutes bewirkt oder total überflüssig ist? Denken Sie, dass Gott auch ein elektronisches Medium nutzt um Menschen zusammenzuführen oder ob Christen mit einer Partnerbörse Gott ins Handwerk pfuschen? Welche Ratschläge können Sie anderen Christen mit auf den Weg geben? Welche Erfahrungen haben Sie gesammelt?

Das sind viele Fragen. Natürlich könnte man sie auch in ein oder zwei Sätzen abarbeiten. Ich denke jedoch nicht, dass der Leser dadurch einen Segen und Hilfe in seinen Problemen bekommt. Deshalb folgt hier eine etwas länger Auseinandersetzung mit dem Thema.

Wie schon in den Eingangsfragen zu merken war, ist das Thema ein heißes Eisen. Besonders unter Christen gibt es da viel Konfliktpotenzial. Da wir als Christen versuchen in allen Dingen den Willen Gottes zu erkennen und auch zu befolgen, kommt es besonders in dieser Frage vor, dass sogar Freunde unterschiedlicher Meinung sein können. Eine Entscheidung für einen Ehepartner ist in der Regel endgültig. Denn die Bibel selbst sagt: Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden. (Mt. 19,6) Hier stellt sich nun die Frage: Woran erkenne ich, dass Gott uns zusammengeführt hat? Oder anders gefragt: Welche Hilfsmittel verwendet Gott um Menschen zusammenzuführen?

Um die Fragen zu beantworten, müssen wir im erst Schritt definieren, was Partnervermittlung im Internet bedeutet.

Partnervermittlung im Internet

Liebe ist einer der stärksten, ich möchte sogar sagen das stärkste Gefühl, das einen Menschen antreibt. Gleichzeitig ist es auch etwas, was den Menschen sehr verletzlich macht. Schon früh hat man versucht die Kraft der Liebe ohne der Verletzlichkeit zu haben. Aus diesem Grund gab es schon seit langer Zeit verschiedene Formen der Partnervermittlung. Davon lesen wir schon in 1. Mose 24 als Abraham seinen Diener sendet, um seinem Sohn eine Frau zu finden.

Aus den persönlichen Kontakten wurden mit der Verbreitung der Schrift und zuletzt dem Buchdruck auch schriftliche Kontakte möglich. Menschen haben in der Zeitung inseriert und dort Partner gesucht. Mit den neuen technischen Medien hat es sich nun in das Internet verlagert. Durch eine Partnervermittlung im Internet lassen sich viele Aufgaben oder Hürden bei der Partnersuche leichter meistern. Man kann mehr über sich erzählen und damit auch mehr von einem potentiellen Partner erfahren. Durch verschieden Filter und Algorithmen kann der „am Besten passende“ Partner gefunden werden. Das Anschreiben und Aussuchen erfolgt aus der vertrauten Umgebung (in der Regel Zuhause) heraus. Die Auswahl ist viel größer. Kurz gesagt ist Partnervermittlung im Internet so erfolgreich, weil es einfach zu Bedienen ist, viele Informationen zur Verfügung stellt und eine bessere Kontrolle erlaubt.

Warum verwenden Menschen eine Partnervermittlung im Internet

Es gibt zwei Gründe, warum eine Partnervermittlung eingesetzt wird. Einmal aus externen Gründen wenn es z.B. um arrangierte Ehen geht (nicht Teil der Betrachtung) oder aus internen Gründen, weil man selber keinen Partner findet.

Aus meiner eigenen Beobachtungen, die ich im Laufe der Zeit gemacht habe, sehe ich folgenden Grund, warum Christen das Gefühl haben eine Partnervermittlung nutzen zu müssen.

Das Internet ist der Strohhalm, an den sich die Menschen klammern um doch noch einen Partner zu finden. Natürlich gibt es darunter auch Menschen, die es nur ausprobieren möchten. Das sind jedoch Ausnahmen und über kurz oder lang die Karteileichen in der Datenbank. Die Methoden aus den früheren Zeiten hatten auch den selben Grund. Angefangen an dem Beispiel aus 1. Mose 24 über Mail-Order-Brides aus Amerika, bis hin zu Zeitungsanouncen aus dem 19. Jahrhundert, in denen verliebte Paare verschlüsselt kommunizierten.

Alle diese Fälle hatten eines gemeinsam: Das Angebot hat die Nachfrage nicht gedeckt. Wenn es eine andere Möglichkeit geben würde, würde sie genutzt werden. Das sieht man auch an den Profilen und Fragen, die die Nutzer stellen. Am Ende jeder Vermittlung steht ja der physische Kontakt. Je früher er hergestellt werden kann, desto glücklicher und zufriedener wird der Mensch.

Ist nun die Partnervermittlung im Internet schlecht oder gut?

Das kommt ganz darauf an und leider ist es auch ein bisschen kompliziert.

In der heutigen Zeit hat man durch die große Anzahl der Möglichkeiten Schwierigkeiten die richtige Entscheidung zu treffen. Man will natürlich alles richtig machen und auch das Beste für sich aussuchen. Leider muss ich feststellen, dass manche nur sich selbst verwirklichen möchten und überzogene Erwartungen an den potentiellen Partner haben. Das führt dann dazu, dass erstens durch die lange Wartezeit die Auswahl immer kleiner wird und aus dieser Auswahl am Ende niemand passt. Natürlich ist die Auswahl an gutaussehenden Pastoren unter 30, die die Familie auf den Platz 1 stellen sehr eingeschränkt. Und ein hübsches Mädchen mit Traumfigur unter 25, die ein Studium abgeschlossen hat und bereit ist, den Hausstand zu schmeißen, während der Mann sich alle 4 Jahre den neuesten Audi gönnt wird sich auch schwer finden lassen.

Wenn man zu dieser Kategorie Mensch zählt (Meistens sind es die Männer), sage ich, dass es falsch ist die Partnervermittlung im Internet zu verwenden. Hier heißt es an seinen Selbstbild und Ego zu arbeiten. Eine Partnervermittlung im Internet wird hier nicht weiterhelfen, sondern ist eher kontraproduktiv.

Es gibt jedoch auch den anderen Fall. Wenn man schon lange gesucht hat, die eigenen Ansprüche angepasst sind und sich immer noch nichts ergeben hat, kann das Internet ein Ausweg sein. Nach meiner Beobachtung sind das oft Frauen, welche durch die Erziehung und der Gemeinde gezwungen sind, passiv auf jemanden zu warten. Wie wir jedoch in den Gemeinden beobachten können, ist es leider so, dass es einen Überhang an Mädchen und Frauen gibt. Wenn Frauen und Mädchen nun die Auswahl an potentiellen Partnern vergrößern möchten, sehen sie neben dem Internet leider nur die Möglichkeit, die Gemeinde zu verlassen und jemanden Ungläubiges zu Heiraten. In diesem Fall ist es besser einen christlichen Partner über das Internet zu finden, als aus der Gemeinde auszutreten und das Glück in der Welt zu suchen.

Welche Hilfsmittel verwendet Gott um Menschen zusammenzuführen?

Nun kommen wir zurück zu der Ausgangsfrage. Ich denke Gott verwendet alle Hilfsmittel, die er für notwendig hält um Menschen zusammenzuführen. Diese Hilfsmittel ändern sich im Laufe der Zeit. Früher war es ein Bote, welcher eine Nachricht mündlich überbracht hat. Im Lauf der Zeit wurden es Briefe und Zeitungsannoncen. Heute bietet das Internet diese Hilfe an.

Es bringt nichts, einige dieser Hilfsmittel zu verdammen oder schlecht zu reden. Insbesondere durch das Internet sehen wir oft, was in der Gemeinde schief läuft. Wenn in einer Gemeinde unproportional viele Beziehung über das Internet angebahnt werden, liegt das nicht an dem bösen Internet oder der verdorbenen Jugend. Das Problem ist die fehlende Perspektive in der Gemeinde. Die Menschen versuchen das was ihnen fehlt zu kompensieren. Insbesondere in der Frage der Partnersuche und Ehe kommt es leider oft vor, dass die Probleme, die jemand hat, der nicht in einer festen Beziehung ist, klein geredet werden.

Was kann / solle ich tun?

Pastor / Verantwortlicher

Die Ursache des Problems analysieren. Verbote bringen in der Regel nicht die gewünschten Resultate, sondern richten im Zweifel eher Schaden an. Unter Umständen ist es auch Möglich, dass ein Mensch durch das Internet einen Partner fürs Leben findet.

Single / Suchender

Die Ursache des Problems analysieren. Das Internet wird sie nicht lösen. Ja es gibt Erfolgsgeschichten. Aber auch wenn sich jede 11 Minuten ein Paar findet, heißt das rein statistisch, dass im Durchnschnitt die Wartezeit für einen Treffer mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte beträgt. Investiere lieber die Zeit in gute Eheberatungsliteratur oder bei Besuchen unter Freunden und anderen Gemeinden. Das ist definitiv erfolgreicher.

Freund / Begleiter

Sorge dafür, dass der Single eine perspektive in der Gemeinde sieht. Es bringt dem Suchenden nicht mittels Anekdoten oder Schreckensgeschichten einen Weg vorzugeben. Für jeden jungen Mann ist der Weg zu der Jungfrau anders (frei nach Sprüche 30:19). Für uns heißt es den Menschen zu unterstützen und ihm auch die Hilfsmittel, die er Benötigt zu reichen.

Würdest du die Partnersuche im Internet empfehlen?

Nein.

Aber ich würde es nicht verdammen. Genau so, wie ich das Trinken von Wodka nicht empfehlen werde, ich es aber unter Umständen für medizinische Zwecke in Maßen erlauben würde.

 

Wenn die Zweifel kommen, ob der Glaube wirklich für den Himmel reicht

Zweifel- wer kennt sie nicht? Irgendwo in uns taucht ein unbegründeter, sinnloser Gedanke auf, der uns Fragen stellt, die Niemand beantworten kann. Zweifel an Dingen und Taten, die wir bisher als natürlich und logisch gesehen haben, nun aber nicht wirklich erklären können. Und so brennt sich Tag für Tag ein Gedanke in uns, bis wir ausgebrannt auf die Knie sinken und zu Gott um Hilfe rufen bis wir merken, dass die Antwort doch so einfach ist.

Ein großer Zweifel, der bei Christen immer wieder auftaucht, ist: „Reicht mein Glaube um in den Himmel zu kommen?“ Man zweifelt daran, dass es wirklich ausreicht, wenn man  „nur“ an Jesu glaubt. „Mann muss doch etwas tun“ denkt man bei sich. Aber in Wirklichkeit wird Zweifel an dem Werk Jesu gesät. Man fragt sich: „Reicht das Werk Jesu am Kreuz wirklich aus? Muss ich nicht noch etwas tun, um in den Himmel zu kommen?“ Aber die Antwort ist: JA, Jesu Tod am Kreuz reicht wirklich aus! Mehr kann dich nicht retten, es ist alles schon vollbracht! Tröstend sind für dich in dieser Lage die Worte aus Römer 5,8-10:

Römer 5,8-10: Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Wieviel mehr nun werden wir, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt worden sind, durch ihn vor dem Zorn errettet werden! Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, wieviel mehr werden wir als Versöhnte gerettet werden durch sein Leben!

Wenn wir als Ungläubige damals aus der Sünde errettet wurden, werden wir nicht jetzt, wo wir Gläubig sind, von dem Zorn errettet? Wie kann man dann noch sagen, wir müssen etwas tun, um unsere Rettung zu verdienen? Als Christen haben wir die Gewissheit, dass wir, die wir durch sein Blut gerechtfertigt sind, durch Jesus auch vom Zorn errettet werden! So hat es uns Gott versprochen. Und in dieser Hoffnung dürfen wir leben: Nicht in der Furcht, dass unser Leben doch nicht reichen wird, um in den Himmel zu kommen, sondern in dem freudigen Glauben, dass Jesus für uns am Kreuz alles vollbracht hat, und wir durch Ihn vor dem Zorn errettet werden!

Wer in dieser Gewissheit lebt, wird ein fruchtbares Leben führen.

Wie besitzt ein Christ sein Besitz richtig?

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In dem vorigen Beitrag: Die Stellung eines Christen zu Arbeit und Besitz

1.        Die Frage der Herrschaft

Die Frage, der wir uns zuallererst stellen wollen, ist: Wer ist der Herrscher in dieser angelegenheit? Der Mammon, Gott oder wir selber? ,Spurgeon schrieb von dem Geld, dass es schlimm wäre, „wenn es sich bei uns niederließe und unser Herr würde.[1]“ und Jesus sagte, dass man nicht dem Geld und Gott gleichzeitig dienen kann[2]. Dies kann man auch ausweiten auf den ganzen Besitz eines Menschen und die Frage stellen: Wer ist der Herr in dieser Beziehung? Es ergeben sich drei Möglichkeiten:

1.1        Der Besitz ist der Herr

Die gefährlichste der Möglichkeiten ist die, dass der Besitz Herr über unser Denken, Fühlen und Wollen ist. Alles was getan wird, ist dem Aspekt unterworfen, mehr Besitz anzuhäufen. Diese Herrschaft ist gnadenlos, weil sie keinen anderen Herrn erlaubt und als Ziel hat, den Menschen in das Verderben zu stürzen[3].

Häuft man sein Besitz alleine dazu an, um es zu besitzen ist die Gefahr groß, dass es sich während des Leben durch Umstände[4] und am Ende des Lebens ganz sicher in ein Nichts auflösen wird. Es sei deswegen zu bedenken, dass unser ganzer Besitz, wie auch wir, von Grund auf Gott gehören[5] und wir lediglich Verwalter der Güter sind. Es steht dem Mammon deswegen nicht zu, Herr über den Christen zu sein, nur muss dieser sich dazu bewusst durchringen.

1.2        Der Mensch will Herr über seinem Besitz sein

Einige Christen sind der Meinung, dass Gott seinen Leuten gelingen gibt, um den Besitz zu vermehren und für sich selbst zu nutzen[6].  Sie geben den Zehnten getreu ab, aber was darüber ist, wird als „nicht unter Gottes Einfluss stehend“ betrachtet. Doch hat ein Christ nicht das Recht dazu, es nur für sich selbst auszugeben[7]. Die Gefahr bei dieser egozentrischen Lebensweise ist, dass sich der irdische Reichtum geistlich gesehen als große Armut entpuppt[8] und letztendlich der Vernichtung anheimfällt, weil er nur für das eigene Vergnügen ausgegeben wurde[9]. Die Folge davon ist, dass man, im Himmel angekommen, keinen ewigen Besitz vorzuweisen hat und der Lohn kärglich ausfällt[10].

Eine zweite Gefahr ist die, dass bei dem „kargen wo man soll“ man schon auf der Erde nur noch ärmer wird[11]. Watchman Nee sagt über Menschen, die ihr Geld an sich raffen, dass sie nicht dabei sein werden, „wenn Gott „sein Geld“ austeilt“[12]. Es ist also eine schlechte Zukunftsinvestition, wenn man hier auf der Erde sein Geld nur für sich behält und nicht bereit ist es für die Arbeiten im Reich Gottes auszugeben.

1.3        Gott ist der Herr über unser Besitz

Es ist eine Frage der Liebe, welchen Stellenwert Gott und der Besitz in unserem Leben einnimmt. Piper bedauert es, dass viele ihre tiefste Sehnsucht mit käuflichen Vergnügen zu stillen versuchen und „sich mit der Geldliebe zufriedengeben statt mit der Liebe Gottes.[13]

Genauer betrachtet ist es also eine Frage des tiefsten Glücks, ob wir uns mit der Liebe zum Besitz betäuben oder das wahre Glück in der Liebe zu Gott finden. Deswegen geht dem allen die Übergabe des gesamten Lebens an den ewigen Gott voraus, bevor wir Gott als Herr über unseren Besitz stellen können[14], weil dieser nur ein Teilbereich eines Lebens als Christ ist.

An Zachäus sieht man[15], wie seine neue Einstellung zum Besitz für Jesus der Anlass war, zu bezeugen, “diesem Haus Heil widerfahren […] ist[16].

Die Folge dessen ist, dass wir anerkennen, dass weder wir, noch unser Besitz uns gehören[17] und Gott das Recht dazu hat, zu bestimmen, was damit geschehen soll.  Viele schrecken vor diesem Schritt zurück, weil sie befürchten, alles was sie haben, abgeben zu müssen und meinen dadurch tiefunglücklich zu werden. Dem Christen stellt sich deswegen die Frage, was Gott mit dem Besitz machen will, wenn er der Herrscher darüber wird.

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3.1.1   Was will Gott mit meinem Besitz machen?

Das Ziel, das Gott mit unserem Besitz verfolgt ist zuallererst der, dass er uns damit ewige Freude und Reichtum[18] verschaffen will. Daraus ergeben sich Richtlinien[19], die uns Gott als Herrscher über unseren Besitz übermittelt hat

  1. Für Gott säen[20]: Der Überfluss und Besitz der Gegenwart soll als Saatmaterial verwendet werden, um in zukünftiger Notlage von anderen Menschen Hilfe zu ernten[21].
  2. Es Gott bringen[22]: Gerade die Abgabe des Zehnten[23] zuallererst an die eigene Gemeinde ist eine feste Verpflichtung[24]. Dies führt laut Maleachi zu Segen in Fülle.
  3. Gebet- und Geistgeleitet[25]: Unser Geben „sollte als Antwort auf ein ernstes, gläubiges Gebet[26]“ vom Heiligen Geist geleitet sein.
  4. Gott alles schenken[27]: Der Bruch mit der Herrschaft des Mammons zeigt sich darin, dass man alle Absicherungen an Gott abgibt. Wer von Gott Hilfe erwarten will, muss zuerst das letzte Wasser und das letzte Scherflein Gott opfern[28].
  5. Freiwillig und großzügig geben[29]: Ein Sparen am falschen Ort führt statt zu Reichtum zur Armut, einen freiwilligen und fröhlichen Geber hingegen hat Gott lieb[30].
  6. Sorge um die eigene Familie[31]: Wer seinen ganzen Besitz der eigenen Familie vorenthält, ist schlimmer als ein Ungläubiger. Deswegen hat die Sorge für die eigene Familie vor Gott einen hohen Stellenwert.

Zusammenfassend gilt, dass ein Christ „lernen [soll], seinen Besitz und seine finanziellen Angelegenheiten loszulassen.[32]“ Indem er seinen Besitz und seine Kraft für das Werk Gottes ausgibt, übergibt er es Gott, der dann mit liebender Fürsorge für alle Bedürfnisse sorgt[33].

2.       Abschließende Gedanken

Es ist ein herausforderndes Thema, sich mit den Anforderungen Gottes über „meinen“ Besitz zu beschäftigen. Gerade weil viel Literatur und viele Erfahrungen die Kirchengeschichte bereichert haben, findet man unterschiedlichste Ratschläge. In den grundlegenden Dingen wie dem Zehnten und den freiwilligen Spenden sind bibeltreue Ratgeber sich aber einig: Dass diese, wie der gesamte Besitz und der ganze Christ Gott gehören.

Komplexer werden die Gedanken, wenn es nach dem Maß der Hingabe geht. Strengere Ansätze der Gütergemeinschaft zum Beispiel haben in der Geschichte immer wieder Anklang gefunden. Weil diese aber nicht als Allgemeine Regel für jede Gemeinde festlegbar ist, wurde hier kein größeres Augenmerk daraufgelegt.

Lediglich die Position einiger bibelfesten Christen wie Watchman Nee, Georg Müller, Bakth Singh oder auch Hudson Taylor werfen mir große Fragen auf. Sollen wir wirklich wie sie im Dienst für den Herrn jeden Gelderwerb aufgeben, kein Geld einfordern, sondern alles was wir Besitzen spenden und allein von Fügungen des Himmels leben? Gerade 3.1.1 Punkt 4 ist für den normalen Christen schwer realisierbar, auch wenn es wahr ist, was Nee dazu sagt. Es mag sein, dass einige ihren ganzen Besitz für das Werk Gottes geopfert haben, aber es als Regel für alle Christen zu formulieren fällt hierbei schwer.

Auch die Position alles von dem Herrn zu erbeten, statt mit eigenen Händen wie Paulus arbeiten zu gehen, ist für mich weniger nachahmenswert, obwohl es bei vielen großen und gesegneten Männern Gottes auffindbar war und ist. Deswegen ist es individuell mit Gott abzuklären, ob solch eine Vorgehensweise von Gott gefordert oder erwartet wird.

Der Fakt, dass der Christ und sein ganzer Besitz Gott gehören und wir lediglich dessen Verwalter sind, ruft jeden Christen dazu auf, Gott zu fragen, was dieser mit seinem Besitz erreichen will. Diese individuell zu klärende Frage muss eng mit Gott abgesprochen werden und nicht aus falschen Motiven heraus geschehen. Denn kein Christ soll wie Ananias und Saphira enden, sondern mit seinem Besitz Schätze im Himmel ansammeln. Wie genau das geschieht- dazu sollen diese zwei Beiträge anregen und jeder Christ persönlich von Gott erbeten.

In dem vorigen Beitrag: Die Stellung eines Christen zu Arbeit und Besitz

 


Weiterführende Literatur

Piper, John. Von der Pflicht zur Freude, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 2006

Alcorn, Randy. Wo dein Schatz ist…, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 2016

Spurgeon, Charles H. Guter Rat für allerlei Leute; 2. überarbeitet Auflage, , CLV Verlag Bielefeld 2015

Nee, Watchman. Zur Ehre Gottes leben, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 1999

Luther, Martin. Predigten durch ein Jahr

Ströhmann,Gerd. Erziehungsrituale der Hutterischen Täufergemeinschaft. Münster LIT-Verlag 1999

MacDonald, William. Trachtet zuerst… 4.Auflage CLV Verlag Bielefeld 2003

Weiterlesen „Wie besitzt ein Christ sein Besitz richtig?“

Wie geht ein Christ mit Arbeit und Geld um?

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Der irdische Besitz hat durch die Jahrhunderte der Kirchengeschichte einen unterschiedlichen Stellenwert gehabt. Je nach Epoche, Gesellschaft und Region wurde der eigene Besitz entweder geringgeachtet, verkauft, bewahrt oder auch mit Fleiß zu vermehren versucht. Einige Christen haben ihren Besitz dafür geopfert, damit das Werk des Herrn wachsen konnte, weil manche ihren gesamten Besitz hinter sich ließen, um in den Dienst für das Reich Gottes zu treten.

Sucht man nach einer Definition, wird im Duden der Besitz mit der „Gesamtheit der (materiellen) Güter, die jemand geerbt oder erworben hat, sodass er bzw. sie darüber verfügen kann[1]beschrieben. Dazu gehören Geld, Haus und Güter, die ein Mensch sein Eigen nennt. Welchen Stellenwert hat aber der Besitz für einen Christen? Bei Jesus behandelten 15 Prozent seiner Verkündigung das Thema „Geld“- mehr als er über Himmel und Hölle zusammen gesprochen hat[2]. Es ist also für Jesus nicht unbedeutend gewesen, was wir mit unserem Geld und Besitz im Allgemeinen machen.

In diesem Beitrag wird insbesondere der Umgang mit dem materiellen Besitz betrachtet. Geistige oder geistliche Gaben fallen hiermit nicht unter die Definition von Besitz und werden deswegen nicht näher beleuchtet.

Insgesamt hat die Bibel einen bejahenden Ton zu dem Besitz. Es wird besonders im Buch der Sprüche deutlich, dass Besitz notwendig ist, um das tägliche Überleben zu sichern. Zudem wird in der alttestamentlichen Gesetzgebung der Besitz jedes einzelnen geschützt[3].

Weil das letzte Hemd keine Taschen hat, ist es vonnöten, mit seinem Besitz so umzugehen, dass es „den größtmöglichen, einen dauerhaften Gewinn bringt.[4]“ Dabei ist es von großer Wichtigkeit, dass unser Beitz nicht in Schätzen auf der Erde besteht, sondern in unvergänglicher Form im Himmel angespart wird[5].

Erwerb des Besitzes

Eine große Rolle beim Umgang mit unserem Besitz spielen die Aspekte mit welcher Motivation und welchen Methoden unser Besitz erworben wurde. Während das erstere durch unseren geistlichen Zustand definiert wird, wird das zweite unweigerlich unseren geistlichen Zustand prägen.

1     Die richtige Motivation

1.1        Genügsamkeit

Zuerst soll dem Christen deutlich werden, wieviel Besitz ihm genügen soll. Paulus zieht die Grenzen bei „Nahrung und Kleidung[6]“ und sagt, dass wir uns daran genügen lassen sollen, da „die Gottesfurcht eine große Bereicherung ist, wenn sie mit Genügsamkeit verbunden ist.[7]“ Salomo warnt in seinen Sprüchen vor dem Lebensziel „Reichtum zu erwerben[8]

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Die Gefahr, die sich ergibt, wenn man nicht mit Genügsamkeit, sondern mit Gier nach (mehr) Besitztum trachtet, ist zuallererst für das geistliche Leben überaus groß. Versuchungen und Fallstricke kennzeichnen den Weg und führen letztendlich in den Tod[9], weil diese Gier „eine Wurzel alles Bösen ist.“ Nee definiert den ungläubigen Besitzer mit der Eigenschaft „so viel wie möglich zusammenzuraffen[10]“ wollen. Als Gegensatz dazu steht das gläubige Kind Gottes, dass sich zufriedengibt, selbst wenn seine Arbeit nicht mehr hergibt als Brot und Kleidung und darüber hinaus sogar dazu bereit ist, mit dem Nächsten zu teilen.

1.2        Fleiß

Pr. 9.10

Dass man sich mit „Nahrung und Kleidung“ zufriedengeben soll, heißt aber bei weitem nicht, dass beim Erreichen dieses Besitztums jeglicher Aufwand sein Ende findet und weitere Arbeit unterlassen werden darf. Das Leben eines Christen soll davon geprägt sein, dauerhaft[11] Arbeiten zu wollen[12].

Das zeigt sich in der protestantischen Arbeitsethik bei Luther[13] und in der Täuferbewegung[14]. Welche Menge an Besitz die tägliche Arbeit nun wirklich hervorbringt, ist zweitrangig, solange sie mit der richtigen Gesinnung getan wird, denn der Himmlische Vater weiß auch den Schwachen genügend zu geben, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können[15].

1.3        Für Gott

Es gibt zwei Möglichkeiten, mit welchem Ziel man seinen Besitz vermehrt: Entweder man hat das Ziel, es für seinen eigenen Bedarf auszugeben oder es für Gott und dessen Werk auf der Erde zu vermehren. MacDonald spricht sogar von einer Verpflichtung, die jeder Christ gegenüber seiner eigenen Versammlung, den Missionaren und Evangelisten gegenüber hat, indem er sie materiell unterstützen und mitzutragen hat[16].

Da nach dem Tod jeglicher irdische Besitz für einen Menschen seinen Wert verliert, zählt danach nur noch das, was auf dem Himmlischen Konto verbucht ist.  Ein Christ sollte deswegen als Ziel haben, mit seinem Besitz einen Schatz im Himmel zu erwerben[17]. Prägt das die Arbeitsmoral, werden die Ausgaben diesem höheren Ziel angepasst und die Arbeit, die wir verrichten, wird einen Ewigkeitswert bekommen.

Die grundlegende Motivation sollte deswegen sein, seinen Besitz für Gott und zur Förderung seines Werkes zu vermehren, indem wir mit allem Fleiß unsere Arbeit verrichten und uns genügen lassen, wenn daraus kein Überfluss entsteht.

2        Die richtige Arbeit

WEs ist nicht ohne Bedeutung, in welcher Weise ein Christ sein Geld verdient: in der Bibel werden ihm dazu viele Richtlinien genannt. Tätigkeiten, die mit sündigen Praktiken verbunden sind, dürfen nicht als Erwerbquelle genutzt werden. Genauso darf die Arbeit eines Christen nicht zur Zerstörung von Leben und Güter dienen[18]. Die Frage des Berufes sollte deswegen eng mit den Anforderungen Gottes über unser Leben und Besitz verbunden sein[19].

Einige Branchen sind deswegen für einen Christen unbetretbares Gebiet. Es wird einem Christen schwerfallen in der Produktion oder dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen zu stehen, die den Menschen zur Sünde verführen, Leidenschaften aufstacheln und seine Gesundheit untergraben. Genauso kann ein Christ nicht bei der Vorbereitung zur Zerstörung von Menschenleben, Städten oder Industrie mitwirken.  Genauso sagt ein Christ auch zur Schwarzarbeit nein.

Die Wahl der Arbeit soll deswegen nach dem Willen Gottes erfolgen, der uns die gerade genannten Grenzen definiert. Welche Arbeit speziell zu uns passt, zeigt sich in den Begabungen, mit denen uns Gott ausstattete- wir dürfen sie nutzen und sind sogar verpflichtet diese nutzbar zu machen und zum Segen werden zu lassen.

In dem nächsten Beitrag wird der rechte Umgang mit dem erworbenen Besitz betrachtet

Weiterführende Literatur

Piper, John. Von der Pflicht zur Freude, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 2006

Alcorn, Randy. Wo dein Schatz ist…, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 2016

Spurgeon, Charles H. Guter Rat für allerlei Leute; 2. überarbeitet Auflage, , CLV Verlag Bielefeld 2015

Nee, Watchman. Zur Ehre Gottes leben, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 1999

Luther, Martin. Predigten durch ein Jahr

Ströhmann,Gerd. Erziehungsrituale der Hutterischen Täufergemeinschaft. Münster LIT-Verlag 1999

MacDonald, William. Trachtet zuerst… 4.Auflage CLV Verlag Bielefeld 2003

Weiterlesen „Wie geht ein Christ mit Arbeit und Geld um?“