Wie besitzt ein Christ sein Besitz richtig?

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In dem vorigen Beitrag: Die Stellung eines Christen zu Arbeit und Besitz

1.        Die Frage der Herrschaft

Die Frage, der wir uns zuallererst stellen wollen, ist: Wer ist der Herrscher in dieser angelegenheit? Der Mammon, Gott oder wir selber? ,Spurgeon schrieb von dem Geld, dass es schlimm wäre, „wenn es sich bei uns niederließe und unser Herr würde.[1]“ und Jesus sagte, dass man nicht dem Geld und Gott gleichzeitig dienen kann[2]. Dies kann man auch ausweiten auf den ganzen Besitz eines Menschen und die Frage stellen: Wer ist der Herr in dieser Beziehung? Es ergeben sich drei Möglichkeiten:

1.1        Der Besitz ist der Herr

Die gefährlichste der Möglichkeiten ist die, dass der Besitz Herr über unser Denken, Fühlen und Wollen ist. Alles was getan wird, ist dem Aspekt unterworfen, mehr Besitz anzuhäufen. Diese Herrschaft ist gnadenlos, weil sie keinen anderen Herrn erlaubt und als Ziel hat, den Menschen in das Verderben zu stürzen[3].

Häuft man sein Besitz alleine dazu an, um es zu besitzen ist die Gefahr groß, dass es sich während des Leben durch Umstände[4] und am Ende des Lebens ganz sicher in ein Nichts auflösen wird. Es sei deswegen zu bedenken, dass unser ganzer Besitz, wie auch wir, von Grund auf Gott gehören[5] und wir lediglich Verwalter der Güter sind. Es steht dem Mammon deswegen nicht zu, Herr über den Christen zu sein, nur muss dieser sich dazu bewusst durchringen.

1.2        Der Mensch will Herr über seinem Besitz sein

Einige Christen sind der Meinung, dass Gott seinen Leuten gelingen gibt, um den Besitz zu vermehren und für sich selbst zu nutzen[6].  Sie geben den Zehnten getreu ab, aber was darüber ist, wird als „nicht unter Gottes Einfluss stehend“ betrachtet. Doch hat ein Christ nicht das Recht dazu, es nur für sich selbst auszugeben[7]. Die Gefahr bei dieser egozentrischen Lebensweise ist, dass sich der irdische Reichtum geistlich gesehen als große Armut entpuppt[8] und letztendlich der Vernichtung anheimfällt, weil er nur für das eigene Vergnügen ausgegeben wurde[9]. Die Folge davon ist, dass man, im Himmel angekommen, keinen ewigen Besitz vorzuweisen hat und der Lohn kärglich ausfällt[10].

Eine zweite Gefahr ist die, dass bei dem „kargen wo man soll“ man schon auf der Erde nur noch ärmer wird[11]. Watchman Nee sagt über Menschen, die ihr Geld an sich raffen, dass sie nicht dabei sein werden, „wenn Gott „sein Geld“ austeilt“[12]. Es ist also eine schlechte Zukunftsinvestition, wenn man hier auf der Erde sein Geld nur für sich behält und nicht bereit ist es für die Arbeiten im Reich Gottes auszugeben.

1.3        Gott ist der Herr über unser Besitz

Es ist eine Frage der Liebe, welchen Stellenwert Gott und der Besitz in unserem Leben einnimmt. Piper bedauert es, dass viele ihre tiefste Sehnsucht mit käuflichen Vergnügen zu stillen versuchen und „sich mit der Geldliebe zufriedengeben statt mit der Liebe Gottes.[13]

Genauer betrachtet ist es also eine Frage des tiefsten Glücks, ob wir uns mit der Liebe zum Besitz betäuben oder das wahre Glück in der Liebe zu Gott finden. Deswegen geht dem allen die Übergabe des gesamten Lebens an den ewigen Gott voraus, bevor wir Gott als Herr über unseren Besitz stellen können[14], weil dieser nur ein Teilbereich eines Lebens als Christ ist.

An Zachäus sieht man[15], wie seine neue Einstellung zum Besitz für Jesus der Anlass war, zu bezeugen, “diesem Haus Heil widerfahren […] ist[16].

Die Folge dessen ist, dass wir anerkennen, dass weder wir, noch unser Besitz uns gehören[17] und Gott das Recht dazu hat, zu bestimmen, was damit geschehen soll.  Viele schrecken vor diesem Schritt zurück, weil sie befürchten, alles was sie haben, abgeben zu müssen und meinen dadurch tiefunglücklich zu werden. Dem Christen stellt sich deswegen die Frage, was Gott mit dem Besitz machen will, wenn er der Herrscher darüber wird.

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3.1.1   Was will Gott mit meinem Besitz machen?

Das Ziel, das Gott mit unserem Besitz verfolgt ist zuallererst der, dass er uns damit ewige Freude und Reichtum[18] verschaffen will. Daraus ergeben sich Richtlinien[19], die uns Gott als Herrscher über unseren Besitz übermittelt hat

  1. Für Gott säen[20]: Der Überfluss und Besitz der Gegenwart soll als Saatmaterial verwendet werden, um in zukünftiger Notlage von anderen Menschen Hilfe zu ernten[21].
  2. Es Gott bringen[22]: Gerade die Abgabe des Zehnten[23] zuallererst an die eigene Gemeinde ist eine feste Verpflichtung[24]. Dies führt laut Maleachi zu Segen in Fülle.
  3. Gebet- und Geistgeleitet[25]: Unser Geben „sollte als Antwort auf ein ernstes, gläubiges Gebet[26]“ vom Heiligen Geist geleitet sein.
  4. Gott alles schenken[27]: Der Bruch mit der Herrschaft des Mammons zeigt sich darin, dass man alle Absicherungen an Gott abgibt. Wer von Gott Hilfe erwarten will, muss zuerst das letzte Wasser und das letzte Scherflein Gott opfern[28].
  5. Freiwillig und großzügig geben[29]: Ein Sparen am falschen Ort führt statt zu Reichtum zur Armut, einen freiwilligen und fröhlichen Geber hingegen hat Gott lieb[30].
  6. Sorge um die eigene Familie[31]: Wer seinen ganzen Besitz der eigenen Familie vorenthält, ist schlimmer als ein Ungläubiger. Deswegen hat die Sorge für die eigene Familie vor Gott einen hohen Stellenwert.

Zusammenfassend gilt, dass ein Christ „lernen [soll], seinen Besitz und seine finanziellen Angelegenheiten loszulassen.[32]“ Indem er seinen Besitz und seine Kraft für das Werk Gottes ausgibt, übergibt er es Gott, der dann mit liebender Fürsorge für alle Bedürfnisse sorgt[33].

2.       Abschließende Gedanken

Es ist ein herausforderndes Thema, sich mit den Anforderungen Gottes über „meinen“ Besitz zu beschäftigen. Gerade weil viel Literatur und viele Erfahrungen die Kirchengeschichte bereichert haben, findet man unterschiedlichste Ratschläge. In den grundlegenden Dingen wie dem Zehnten und den freiwilligen Spenden sind bibeltreue Ratgeber sich aber einig: Dass diese, wie der gesamte Besitz und der ganze Christ Gott gehören.

Komplexer werden die Gedanken, wenn es nach dem Maß der Hingabe geht. Strengere Ansätze der Gütergemeinschaft zum Beispiel haben in der Geschichte immer wieder Anklang gefunden. Weil diese aber nicht als Allgemeine Regel für jede Gemeinde festlegbar ist, wurde hier kein größeres Augenmerk daraufgelegt.

Lediglich die Position einiger bibelfesten Christen wie Watchman Nee, Georg Müller, Bakth Singh oder auch Hudson Taylor werfen mir große Fragen auf. Sollen wir wirklich wie sie im Dienst für den Herrn jeden Gelderwerb aufgeben, kein Geld einfordern, sondern alles was wir Besitzen spenden und allein von Fügungen des Himmels leben? Gerade 3.1.1 Punkt 4 ist für den normalen Christen schwer realisierbar, auch wenn es wahr ist, was Nee dazu sagt. Es mag sein, dass einige ihren ganzen Besitz für das Werk Gottes geopfert haben, aber es als Regel für alle Christen zu formulieren fällt hierbei schwer.

Auch die Position alles von dem Herrn zu erbeten, statt mit eigenen Händen wie Paulus arbeiten zu gehen, ist für mich weniger nachahmenswert, obwohl es bei vielen großen und gesegneten Männern Gottes auffindbar war und ist. Deswegen ist es individuell mit Gott abzuklären, ob solch eine Vorgehensweise von Gott gefordert oder erwartet wird.

Der Fakt, dass der Christ und sein ganzer Besitz Gott gehören und wir lediglich dessen Verwalter sind, ruft jeden Christen dazu auf, Gott zu fragen, was dieser mit seinem Besitz erreichen will. Diese individuell zu klärende Frage muss eng mit Gott abgesprochen werden und nicht aus falschen Motiven heraus geschehen. Denn kein Christ soll wie Ananias und Saphira enden, sondern mit seinem Besitz Schätze im Himmel ansammeln. Wie genau das geschieht- dazu sollen diese zwei Beiträge anregen und jeder Christ persönlich von Gott erbeten.

In dem vorigen Beitrag: Die Stellung eines Christen zu Arbeit und Besitz

 


Weiterführende Literatur

Piper, John. Von der Pflicht zur Freude, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 2006

Alcorn, Randy. Wo dein Schatz ist…, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 2016

Spurgeon, Charles H. Guter Rat für allerlei Leute; 2. überarbeitet Auflage, , CLV Verlag Bielefeld 2015

Nee, Watchman. Zur Ehre Gottes leben, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 1999

Luther, Martin. Predigten durch ein Jahr

Ströhmann,Gerd. Erziehungsrituale der Hutterischen Täufergemeinschaft. Münster LIT-Verlag 1999

MacDonald, William. Trachtet zuerst… 4.Auflage CLV Verlag Bielefeld 2003

Weiterlesen „Wie besitzt ein Christ sein Besitz richtig?“

Wie geht ein Christ mit Arbeit und Geld um?

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Der irdische Besitz hat durch die Jahrhunderte der Kirchengeschichte einen unterschiedlichen Stellenwert gehabt. Je nach Epoche, Gesellschaft und Region wurde der eigene Besitz entweder geringgeachtet, verkauft, bewahrt oder auch mit Fleiß zu vermehren versucht. Einige Christen haben ihren Besitz dafür geopfert, damit das Werk des Herrn wachsen konnte, weil manche ihren gesamten Besitz hinter sich ließen, um in den Dienst für das Reich Gottes zu treten.

Sucht man nach einer Definition, wird im Duden der Besitz mit der „Gesamtheit der (materiellen) Güter, die jemand geerbt oder erworben hat, sodass er bzw. sie darüber verfügen kann[1]beschrieben. Dazu gehören Geld, Haus und Güter, die ein Mensch sein Eigen nennt. Welchen Stellenwert hat aber der Besitz für einen Christen? Bei Jesus behandelten 15 Prozent seiner Verkündigung das Thema „Geld“- mehr als er über Himmel und Hölle zusammen gesprochen hat[2]. Es ist also für Jesus nicht unbedeutend gewesen, was wir mit unserem Geld und Besitz im Allgemeinen machen.

In diesem Beitrag wird insbesondere der Umgang mit dem materiellen Besitz betrachtet. Geistige oder geistliche Gaben fallen hiermit nicht unter die Definition von Besitz und werden deswegen nicht näher beleuchtet.

Insgesamt hat die Bibel einen bejahenden Ton zu dem Besitz. Es wird besonders im Buch der Sprüche deutlich, dass Besitz notwendig ist, um das tägliche Überleben zu sichern. Zudem wird in der alttestamentlichen Gesetzgebung der Besitz jedes einzelnen geschützt[3].

Weil das letzte Hemd keine Taschen hat, ist es vonnöten, mit seinem Besitz so umzugehen, dass es „den größtmöglichen, einen dauerhaften Gewinn bringt.[4]“ Dabei ist es von großer Wichtigkeit, dass unser Beitz nicht in Schätzen auf der Erde besteht, sondern in unvergänglicher Form im Himmel angespart wird[5].

Erwerb des Besitzes

Eine große Rolle beim Umgang mit unserem Besitz spielen die Aspekte mit welcher Motivation und welchen Methoden unser Besitz erworben wurde. Während das erstere durch unseren geistlichen Zustand definiert wird, wird das zweite unweigerlich unseren geistlichen Zustand prägen.

1     Die richtige Motivation

1.1        Genügsamkeit

Zuerst soll dem Christen deutlich werden, wieviel Besitz ihm genügen soll. Paulus zieht die Grenzen bei „Nahrung und Kleidung[6]“ und sagt, dass wir uns daran genügen lassen sollen, da „die Gottesfurcht eine große Bereicherung ist, wenn sie mit Genügsamkeit verbunden ist.[7]“ Salomo warnt in seinen Sprüchen vor dem Lebensziel „Reichtum zu erwerben[8]

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Die Gefahr, die sich ergibt, wenn man nicht mit Genügsamkeit, sondern mit Gier nach (mehr) Besitztum trachtet, ist zuallererst für das geistliche Leben überaus groß. Versuchungen und Fallstricke kennzeichnen den Weg und führen letztendlich in den Tod[9], weil diese Gier „eine Wurzel alles Bösen ist.“ Nee definiert den ungläubigen Besitzer mit der Eigenschaft „so viel wie möglich zusammenzuraffen[10]“ wollen. Als Gegensatz dazu steht das gläubige Kind Gottes, dass sich zufriedengibt, selbst wenn seine Arbeit nicht mehr hergibt als Brot und Kleidung und darüber hinaus sogar dazu bereit ist, mit dem Nächsten zu teilen.

1.2        Fleiß

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Dass man sich mit „Nahrung und Kleidung“ zufriedengeben soll, heißt aber bei weitem nicht, dass beim Erreichen dieses Besitztums jeglicher Aufwand sein Ende findet und weitere Arbeit unterlassen werden darf. Das Leben eines Christen soll davon geprägt sein, dauerhaft[11] Arbeiten zu wollen[12].

Das zeigt sich in der protestantischen Arbeitsethik bei Luther[13] und in der Täuferbewegung[14]. Welche Menge an Besitz die tägliche Arbeit nun wirklich hervorbringt, ist zweitrangig, solange sie mit der richtigen Gesinnung getan wird, denn der Himmlische Vater weiß auch den Schwachen genügend zu geben, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können[15].

1.3        Für Gott

Es gibt zwei Möglichkeiten, mit welchem Ziel man seinen Besitz vermehrt: Entweder man hat das Ziel, es für seinen eigenen Bedarf auszugeben oder es für Gott und dessen Werk auf der Erde zu vermehren. MacDonald spricht sogar von einer Verpflichtung, die jeder Christ gegenüber seiner eigenen Versammlung, den Missionaren und Evangelisten gegenüber hat, indem er sie materiell unterstützen und mitzutragen hat[16].

Da nach dem Tod jeglicher irdische Besitz für einen Menschen seinen Wert verliert, zählt danach nur noch das, was auf dem Himmlischen Konto verbucht ist.  Ein Christ sollte deswegen als Ziel haben, mit seinem Besitz einen Schatz im Himmel zu erwerben[17]. Prägt das die Arbeitsmoral, werden die Ausgaben diesem höheren Ziel angepasst und die Arbeit, die wir verrichten, wird einen Ewigkeitswert bekommen.

Die grundlegende Motivation sollte deswegen sein, seinen Besitz für Gott und zur Förderung seines Werkes zu vermehren, indem wir mit allem Fleiß unsere Arbeit verrichten und uns genügen lassen, wenn daraus kein Überfluss entsteht.

2        Die richtige Arbeit

WEs ist nicht ohne Bedeutung, in welcher Weise ein Christ sein Geld verdient: in der Bibel werden ihm dazu viele Richtlinien genannt. Tätigkeiten, die mit sündigen Praktiken verbunden sind, dürfen nicht als Erwerbquelle genutzt werden. Genauso darf die Arbeit eines Christen nicht zur Zerstörung von Leben und Güter dienen[18]. Die Frage des Berufes sollte deswegen eng mit den Anforderungen Gottes über unser Leben und Besitz verbunden sein[19].

Einige Branchen sind deswegen für einen Christen unbetretbares Gebiet. Es wird einem Christen schwerfallen in der Produktion oder dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen zu stehen, die den Menschen zur Sünde verführen, Leidenschaften aufstacheln und seine Gesundheit untergraben. Genauso kann ein Christ nicht bei der Vorbereitung zur Zerstörung von Menschenleben, Städten oder Industrie mitwirken.  Genauso sagt ein Christ auch zur Schwarzarbeit nein.

Die Wahl der Arbeit soll deswegen nach dem Willen Gottes erfolgen, der uns die gerade genannten Grenzen definiert. Welche Arbeit speziell zu uns passt, zeigt sich in den Begabungen, mit denen uns Gott ausstattete- wir dürfen sie nutzen und sind sogar verpflichtet diese nutzbar zu machen und zum Segen werden zu lassen.

In dem nächsten Beitrag wird der rechte Umgang mit dem erworbenen Besitz betrachtet

Weiterführende Literatur

Piper, John. Von der Pflicht zur Freude, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 2006

Alcorn, Randy. Wo dein Schatz ist…, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 2016

Spurgeon, Charles H. Guter Rat für allerlei Leute; 2. überarbeitet Auflage, , CLV Verlag Bielefeld 2015

Nee, Watchman. Zur Ehre Gottes leben, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 1999

Luther, Martin. Predigten durch ein Jahr

Ströhmann,Gerd. Erziehungsrituale der Hutterischen Täufergemeinschaft. Münster LIT-Verlag 1999

MacDonald, William. Trachtet zuerst… 4.Auflage CLV Verlag Bielefeld 2003

Weiterlesen „Wie geht ein Christ mit Arbeit und Geld um?“

Was ist der Wille Gottes für mein Leben?

Kolosser 1,9: wir […] beten und […] bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht…

Die wohl meistgestellte Frage eines jugendlichen Christen ist (hoffentlich): Was will Gott aus meinem Leben machen? Welchen Beruf soll ich wählen? Wer ist der richtige Lebenspartner? Wo soll ich leben? Welchen Dienst hat Gott für mich vorgesehen? Und immer wieder steht man vor einer Frage, dessen Antwort man nicht einfach so aus der Luft greifen kann. Wie gut, dass wir einen allwissenden Gott haben, der in seiner Allmacht uns auf den Wegen führen kann, die für uns die besten sind.

Wenn wir nun keine speziellen Aufträge von Gott mitgeteilt bekommen haben, haben wir durch die Bibel trotzdem überliefert bekommen, was Gott von uns will:

1. Durch Gutestun Kritiker zum Schweigen bringen

Gott will, dass wir durch ein gutes, tadelloses Leben Kritikern keinen Anlass geben über uns zu klagen.

1.Petrus 2,15: Denn das ist der Wille Gottes, dass ihr durch Gutestun die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringt;

2. Heiligkeit

Gott will, dass wir heilig sind Worten, Werken und Gedanken, weil Gott selber heilig ist.

1.Thes 4,3: Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr euch der Unzucht enthaltet;

3. Dankbar in allem

Gott will, dass wir in allen Dingen Gott dankbar sind, weil wir wissen, dass alles was auf uns zukommt zu unserem Besten dient.

1.Thes 5,18: Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.

4. Verständig sein

Gott will, dass wir verständig sind und die Weisheit direkt aus der Quelle bei Jesus schöpfen. Das verhindert Passivität und bewahrt vor Irrlehren.

Epheser 5,17: Darum seid nicht unverständig, sondern seid verständig, was der Wille des Herrn ist!

5. Festigkeit

Gott will, dass wir fest werden in unserem Glauben und unseren Christentum.

Kolosser 4,12: damit ihr fest steht[…], was der Wille Gottes ist.

6. Vollkommenheit

Gott will, dass wir vollkommen werden. Gerade weil dieser Maßstab sehr hoch ist, ist er unser ganzes Leben lang ein Anreiz und wir lernen nie aus.

Kolosser 4,12: […] vollkommen und zur Fülle gebracht in allem, was der Wille Gottes ist.

Matthäus 5,48: Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist!

7. Ewiges Leben

Gott will, dass die, die an ihn glauben auch das ewige Leben haben und nach dem Tod bei ihm sein sollen. Weil wir es aber aus uns selbst nicht können, hilft uns Jesus dabei.

Johannes 6,40: Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.

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Wir sehen, dass der Wille Gottes uns auch ohne eine besondere Stimme vom Himmel mitgeteilt wird- durch die Bibel. Mein Wunsch für jeden Christen ist deswegen, dass er von Herzen diesem Vers zustimmen kann:

Psalm 40,9: deinen Willen zu tun, mein Gott, begehre ich, und dein Gesetz ist in meinem Herzen.

Spaß oder Freude?

Der Sinn des Lebens ist es doch Spaß zu haben, oder? Wer dieser Meinung ist, den lade ich ein, über folgendes nachzudenken:

  • Es kann Spaß machen, Abends lange wachzubleiben um die neusten Nachrichten und Serien zu schauen, aber Freude hat man am nächsten Morgen bei seiner müdigkeit nicht.
  • Es kann Spaß machen, über den Durst zu trinken, aber Freude kann man damit nicht erreichen.
  • Es kann Spaß machen, mit Freunden die verrücktesten Dinge zu unternehmen, aber Freude garantieren kann es nicht.
  • Es kann Spaß machen, über den Nachbarn zu lästern, aber Freude spürt man dabei nicht.
  • Es kann auch Spaß machen, einen Menschen zu beleidigen und Arbeitskollegen zu mobben, aber Freude macht das nicht.
  • Es kann Spaß machen, der Beste und Angesehenste in seiner Umgebung zu sein, aber dabei keine Freude empfinden.
  • Es kann Spaß machen, wenn man auf sein übervolles Konto schaut, aber Freude kann man sich damit nicht kaufen.
  • Es kann Spaß machen, schön Essen zu gehen, aber wirkliche Freude wird dadurch nicht geschaffen.
  • Es kann Spaß machen, eine Affäre am Laufen zu haben, aber Freude macht es letztendlich doch nicht.
  • Es kann einigen Personen Spaß machen, einen Menschen zu schlagen, aber Freude spürt man dadurch nicht im Inneren.
  • Es kann manchen Menschen Spaß machen, Menschen umzubringen, aber Freude wird das nie bewirken.

Es ist besonders wichtig, zwischen Spaß und Freude zu unterscheiden, da nicht alles was Spaß macht wirklich gut ist. Durch folgende Definitionen wird klar, was der Unterschied zwischen beidem ist:

Spaß

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Spaß: Dinge, die zur augenblicklichen Befriedigung der Triebe dienen.

Spaß hat man dann, wenn man einen Trieb befriedigen kann (Sicherheitstrieb, Aggressionstrieb, Bindungstrieb, Nahrungstrieb, Sexualtrieb). Die Frage nach dem Sinn oder nach der Lauterkeit dieser Handlung ist hierbei zweitrangig. Spaß ist auf den Augenblick gerichtet, eine Zerstreuung, ein Vergessen der Wirklichkeit, weil im Augenblick die Triebe im Vordergrund stehen. Nicht dass diese Handlungen von Grund auf schlecht sind- gezügelt und am richtigen Ort und zur richtigen Zeit haben sie ihre Berechtigung. Aber nie werden sie jemandem das Gefühl geben, ein Erfülltes Leben geführt zu haben.

Es ist zuallererst unsicher und dann sogar gefährlich, nach dem zu handeln, was gerade „Spaß“ macht- weil es weder Freude garantieren noch ein gutes, gerechtes Leben fördert. Was ist also wichtiger als das?

Freude

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Freude: Dinge und Handlungen, die die Erfüllung seelischer und geistlicher Bedürfnisse bewirken.

Freude ist tiefer, mehr als Spaß. Freude ist die tiefe Stille und Ruhe im Herzen, dass das, was man eben getan hat, meiner Seele und meinem Geist gut getan hat. Hier stehen nicht die Triebe im Vordergrund sondern das seelische und geistliche Wohlbefinden. Tief in jedem Menschen ist der leise Schrei nach Freude- die aber nie durch Befriedigung der Triebe, also durch Spaß erfüllt werden können.

Freude verspürt man dann, wenn man die Bedürfnisse der unsterblichen Seele erfüllt. Und was ist das tiefste Bedürfnis der Seele? Es ist es das Bedürfnis nach der Sinnhaftigkeit des Lebens und der Schrei nach dem Ewigen Leben- dass nach dem Tod nicht alles vorbei und vergessen sein soll. König Salomo sagt über die Seele:

Prediger 3,11: Er hat alles vortrefflich gemacht zu seiner Zeit, auch die Ewigkeit hat er ihnen ins Herz (Seele) gelegt…

Wir haben in unserer Seele dieses Bedürfnis nach Ewigkeit, nach ewiger Existenz- doch wie kann dieses Bedürfnis erfüllt werden? Mit dem Tod ist ja alles vorbei, sagt der Körper, sagen die Triebe.

Dieses wird beantwortet von dem Geist, dem „Über-Ich“, das unsere Verbindung zu der geistigen Welt ist. Durch den Geist haben wir in uns das Bedürfnis nach Frieden, Liebe, Freude, Gerechtigkeit und ja, auch das Bedürfnis nach dem Glauben an Gott (2.Tim. 2,22).

  • Deswegen kann es auch im Augenblick kein Spaß machen, einen Streit mit Frieden zu beenden- aber die Freude vermehrt sich in uns.
  • Deswegen kann es auch manchmal keinen Spaß machen, einem unfreundlichen Wort mit Liebe zu begegnen, aber es macht Freude, das richtige getan zu haben.
  • Deswegen kann es auch manchmal keinen Spaß machen, im Hinblick auf die größere Freude einige Triebe nicht an Ort und Stelle zu befriedigen, sondern auf die Bewahrung der umfassenden Freude zu achten.
  • Deswegen kann es auch manchmal keinen Spaß machen, selber gerecht behandelt zu werden oder gerecht zu handeln, aber es bewirkt Freude bei allen Betroffenen.
  • Deswegen kann auch manchmal der Spaß am Glauben und an Gott fehlen, aber die Freude, die man direkt aus der Gemeinschaft mit Gott bekommt, ist unbeschreiblich.

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Ich wünsche und bete darum, dass jeder Leser auf das tiefste Bedürfnis der Seele und des Geistes hört: Die suche nach dem ewigen Leben, denn nur wenn diese Frage beantwortet ist, kann wirkliche Freude im Leben Einzug finden.

Römer 14,17 Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist;

Was Gott nicht kann…

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Ernst Modersohn: Alles kann Gott, nur eines nicht: die enttäuschen, die ihm vertrauen.

Wem sonst sollte man mehr Vertrauen entgegenbringen, als dem ewigen, allmächtigen und allwissenden Gott? Wer sonst sollte bei unseren Fragen vertrauenswürdiger sein als der, der den Menschen geschaffen hat? „Zuflucht ist bei dem alten Gott und unter den ewigen Armen.“ (5.Mose 33,27)

Es ist eine spannende Reise, diesem heiligen Gott zu vertrauen; es füllt mich jeden Tag mit Freude und ich genieße es! Willst du nicht auch mal anfangen, diesem Gott dein Vertrauen entgegenzubringen?

Worauf ich als Christ verzichten muss…

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Als Christ hängt einem oft das Klischee an, vieles nicht zu dürfen. Gerade weil die zehn Gebote wiederholt die Worte „Du sollst nicht…“ oder „Du sollst kein…“ verwendet, wirft man Gott vor, dass gerade das, was Gut ist und Spaß macht, verboten ist.

Seit Wochen denke ich nun darüber nach, worauf ich als Christ verzichten muss und wirklich, es hat sich einiges angesammelt:

Ich muss nicht…

  • … unstet und flüchtig nach dem Sinn des Lebens suchen.
  • … durch trial and error herausfinden, was Wahrheit ist.
  • … einen allmächtigen Gott hassen.
  • … meinen Freunden das Leben schwer machen.
  • … über meine Mitmenschen lästern.
  • … mich mit meiner Familie streiten.
  • … ein Triebgesteuerter Mensch sein.
  • … meine freie Zeit bis zur Erschöpfung mit sinnlosen Aktivitäten  füllen.
  • … jeder Frau das Herz brechen, die mir über den Weg läuft.
  • … mein Glück in berauschenden Aktivitäten und Mitteln suchen.
  • … über Leichen gehen um Erfolg zu haben.

Darauf muss ich als Christ verzichten- und das tue ich gerne! Was liegt mir daran, alles Auszuprobieren und nie Nägel mit Köpfen zu machen? Was habe ich davon, meinen Mitmenschen das Leben schwer zu machen, nur weil meine Triebe es von mir fordern? Wer belohnt mich dafür, wenn ich Tage und Nächte mit sinnlosem Feiern, Alkohol und Serienschauen vergeude? Wenn es irgendetwas vorbehaltslos Gutes gibt, worauf ich als Christ verzichten muss, dann würde ich es gerne sehen- zeigt es mir!

Bis dahin möchte ich gerne darauf verzichten:

  • Haltlos nach dem Sinn des Lebens zu suchen,
  • meinen Nächsten das Leben mit einem bösen Charakter schwer zu machen,
  • und nach durchgemachten Nächten ein Gefühl der Sinnlosigkeit zu haben.

Johannes 8,36 Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei.

 

Zeigt Golgatha unseren Wert oder unsere Schuld?

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Immer wieder höre ich den Gedanken, dass der Wert eines Menschen doch überaus groß sein muss, wenn Gott seinen einzigen Sohn, Jesus Christus für unsere Befreiung hat sterben lassen. Diese Theologie kann ich aber auf keinen Fall befürworten, vielmehr möchte ich in diesem Artikel aufzeigen, das nicht unser Wert, sondern unsere Schuld so unglaublich hoch ist, das Gott seinen Sohn geben musste, um der Gerechtigkeit Gottes Genugtuung zu leisten.

 

Das Dienstverhältnis

Wenn der Mensch wie ein Fußballer auf den Transfermarkt auch im geistlichen von einem Besitzer zum anderen wechseln könnte, dann würde die These von dem Wert eines Menschen stimmen. Doch ist der Mensch nicht wie ein Fußballer, der aufgrund seiner Qualitäten für einige Millionen den Besitzer wechselt, sondern ein Sklave der Sünde, von dessen Knechtschaft er befreit werden muss. Gott kauft mit uns nicht einen neuen Angestellten, nein, er befreit einen Sklaven!

2.Petrus 2,19:  „…denn wovon jemand überwunden ist, dessen Sklave ist er auch geworden.“

Römer 6,16:  „Wisst ihr nicht: Wem ihr euch als Sklaven hingebt, um ihm zu gehorchen, dessen Sklaven seid ihr und müsst ihm gehorchen, es sei der Sünde zum Tode…“

Bei dem Wert eines Sklaven geht es nie um den wirklichen Wert an sich- der Preis ist zweckgebunden an der Dienstleistung oder der Arbeitsfähigkeit, nie aber ist er zu vergleichen mit dem wirklichen Wert eines menschlichen Lebens. Ferne sei es deswegen, als Mensch die Befreiung aus der Sklaverei der Sünde als „Transfer eines wertvollen Spielers“ zu glorifizieren.

Jetzt würdest du vielleicht einwenden: „Egal ob Sklave oder nicht- die Bezahlung für unsere Befreiung zeigt aufgrund ihrer Höhe trotzdem unseren Wert an“. Deswegen müssen wir die folgenden zwei Worte betrachten:

Abgekauft oder losgekauft?

Nirgendwo in der Bibel steht geschrieben, das Gott uns von dem Herrscher der Sünde abgekauft hat. Vielmehr finden wir zahlreiche Stellen, die sagen, dass wir losgekauft sind. Es geht mit uns Sklaven der Sünde nicht um eine Ware, die Gott bei dem Teufel abkauft, sondern um eine grauenvolle Gefangenschaft, aus der wir losgekauft werden.

1.Petrus 1,18: „Denn ihr wisst ja, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid…“

Galater 3,13: Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch wurde um unsertwillen

Loskaufen ist ein Begriff, den man verwendet, wenn jemand aus der Gefangenschaft erlöst werden soll. Das Lösegeld, das für den Menschen bezahlt worden ist, hat wahrlich einen hohen Wert- nichts ist mehr Wert als das Leben eines Menschen, erst recht dann, wenn der Sohn Gottes seines für uns gibt. Doch das zeigt nicht die Größe unseres Lebens, sondern die Tiefe unserer Knechtschaft auf, für die kein anderes Lösegeld zureicht, als das Werk Jesu Christi am Kreuz.

Nun könnte man einwenden, dass doch niemals für etwas minderwertiges viel Geld ausgegeben wird. Demzufolge müsste alles, wofür viel bezahlt worden ist, auch einen hohen Wert haben, wenn auch nur eine Person diesen Wert sieht. Und für Gott sind wir wertvoll, weil er so viel für uns „bezahlt“.

Doch was genau wird mit dem Opfertod Jesu bezahlt?

Bezahlt für den Wert oder die Schulden?

Klosser 2,14: „…und er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht, die durch Satzungen uns entgegenstand, und hat sie aus dem Weg geschafft, indem er sie ans Kreuz heftete.“

Jesus hat mit seinem Tod am Kreuz nicht den Preis für eine Ware gezahlt, die er unbedingt besitzen wollte, koste es was es wolle. Nein er hat eine Schuldschrift ausgelöscht, die gegen jeden Menschen steht, eine Schuldschrift, die alle Sünden und jedes Vergehen auflistet, die wir in unserem Leben getan haben. Ich konnte mich nicht von diesen Schulden erlösen, du kannst es auch nicht- trotzdem ist die Schuldlosigkeit die Eintrittskarte in den Himmel. Und diese Eintrittskarte hat Jesus für uns eingelöst- aus Gnade und nicht wegen uns.

Epheser 2,8: „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch — Gottes Gabe ist es;“

6 Merkmale einer geistlich reifen Persönlichkeit

Geistliche reife PersonWann ist man geistlich reif? Was fehlt mir noch, um ein heiligeres Leben zu führen? In der Doktorarbeit unseres Bibelschulleiters habe ich folgende sechs Punkte gefunden, an denen sich jeder selber prüfen und  in Zukunft wachsen kann.

  1. Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeitsstruktur und gezieltes Arbeiten an Charakterschwächen
  2. Fortwährendes geistliches Wachstum (Heb. 5,11-12)
  3. In den Erkenntnissen in der Bibel gegründet und nicht von „jedem Wind der Lehre umhergetrieben“ (Eph. 4,14)
  4. Einheit des Glaubens und Erkenntnis Jesu Christi mit einem Auge für seinen Sinn und Willen (Eph. 4,13)
  5. Das Vermögen, Gutes von Bösem zu unterscheiden. (Heb.5,14)#
  6. Liebe zu Gott und den Mitmenschen. (Mt. 22,37-40)

Was fehlt dir noch zu einer geistliche reifen Persönlichkeit?

 

Wer nur den lieben Gott lässt walten

Der 30 jährige Krieg tobt in Deutschland, der junge Georg Neumarkt hat vor, fern der Heimat in Königsberg zu studieren. Auf dem Wag dahin wird die Postkutsche in der er fuhr überfallen und das Vorhaben fällt ins Wasser. Doch zurück führt auch kein Weg, der grauenvolle Krieg hindert ihn an der Rückkehr in seine Heimatstadt Mühlhausen in Thüringen. Georg Neumarkt versucht daraufhin als Hauslehrer über die Runden zu kommen, was ihm mäßig gelingt. In dieser Not schrieb er das Lied „Wer nur den lieben Gott lässt walten„- ein Lied, das von größtem Gottvertrauen spricht und mich schon seit meiner Kindheit geprägt hat.

Grundlegend für dieses Lied ist der Vers aus Psalm 55,23

Psalm 55,23: Wirf dein Anliegen auf den Herrn, und er wird für dich sorgen; er wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen!

Wer nur den lieben Gott lässt walten
und hoffet auf ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten
in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,
der hat auf keinen Sand gebaut.

Was helfen uns die schweren Sorgen,
was hilft uns unser Weh und Ach?
Was hilft es, dass wir alle Morgen
beseufzen unser Ungemach?
Wir machen unser Kreuz und Leid
nur größer durch die Traurigkeit.

Man halte nur ein wenig stille
und sei doch in sich selbst vergnügt,
wie unser’s Gottes Gnadenwille,
wie sein Allwissenheit es fügt;
Gott, der uns sich hat auserwählt,
der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt.

Er kennt die rechten Freudenstunden,
er weiß wohl, wann es nützlich sei;
wenn er uns nur hat treu erfunden
und merket keine Heuchelei,
so kommt Gott, eh wir’s uns versehn,
und lässet uns viel Guts geschehn.

Denk nicht in deiner Drangsalshitze,
dass du von Gott verlassen seist
und dass ihm der im Schoße sitze,
der sich mit stetem Glücke speist.
Die Folgezeit verändert viel
und setzet jeglichem sein Ziel.

Es sind ja Gott sehr leichte Sachen
und ist dem Höchsten alles gleich:
Den Reichen klein und arm zu machen,
den Armen aber groß und reich.
Gott ist der rechte Wundermann,
der bald erhöhn, bald stürzen kann.

Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
verricht das Deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen,
so wird er bei dir werden neu;
denn welcher seine Zuversicht
auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Wer ist ein Gott wie du?

Wer ist ein Gott wie du

Eine Eigenschaft von Gott erfüllt mich immer wieder mit Bewunderung und Ehrfurcht- sein Erbarmen, mit dem er sich den Geringsten und Schwächsten zuwendet und sich gerade als ihr Gott ausgibt.

Psalm 68,6 Ein Vater der Waisen, ein Anwalt der Witwen ist Gott, der in seinem Heiligtum wohnt;

Der Größte, Stärkste und Erhabenste, der Gott des Himmel und der Erde ist sich nicht zu gering, als ein Vater der Waisen und Anwalt der Witwen genannt zu werden. Wo gibt es einen Gott der ähnliches tut? Zeigt ihn mir! Wo ist ein Herrscher oder Prophet, der als Vater der Waisen und Anwalt der Witwen bekannt ist? Ich möchte von ihm hören. Nie ist jemand vergleichbar mit diesem einen Gott, der so voller Erbarmen ist.

Davon leitet sich auch das Verhalten der Kinder Gottes ab: sie sind es, die sich um Waisen und Witwen kümmern, weil ihr Vater im Himmel ein Vorbild dafür ist.

Jesaja 1,17 Lernt Gutes tun, trachtet nach dem Recht, helft dem Bedrückten, schafft der Waise Recht, führt den Rechtsstreit für die Witwe!

Mich freut es, dass Gott in seiner Größe sich der Menschheit zuwendet- und dann nicht nur zu den stärksten und besten, sondern zu denen, die gering sind, die arm sind, die zerschlagen und bedrückten Geistes sind. Um solche kümmer sich mein Gott, der ewige und erhabene allmächtige Vater und ich bin mir auch sicher, auch um dich, der du das gelesen hast.

Micha 7,18Wer ist ein Gott wie du, der die Sünde vergibt und dem Überrest seines Erbteils die Übertretung erlässt, der seinen Zorn nicht allezeit festhält, sondern Lust an der Gnade hat?