Jesus im Alten Testament

Was haben neutestamentliche Christen mit dem Alten Testament zu tun? Ist das nur eine alte Kiste aus der wir heraussortieren müssen, woran wir uns heute halten müssen und das liegen lassen, was schon längst überholt ist? Darüber gibt es genügend Diskussionsstoff, aber einen Grundton des Alten Testaments, der auf allen Seiten mitschwingt will ich hier ansprechen: Jesus im Alten Testament.

Es gibt viele unterschiedliche Aussagen und Andeutungen über Jesus im AT und ich hatte immer Schwierigkeiten, zu unterscheiden, wo etwas wie eingeordnet werden kann. Manche Stellen, die einige Ausleger klar auf Jesus deuteten enthielten für mich keine Spur von Jesusähnlichkeit. An anderen Stellen wiederum, aus denen ich klar Jesus lesen konnte, fanden andere Ausleger keine Spur von Jesus. Solche Situationen frustrierten mich so sehr, dass ich einige Zeit keine Motivation und Interesse an Prophetien des AT hatte, weil sie, meiner Meinung nach, doch so weitläufig interpretiert werden konnten und es immer irgendwelche Gegenstimmen gab.

Eine sehr hilfreiche Struktur hat mir ein Fernkurs während meinem Theologiestudium geboten. Das hat mir so sehr geholfen, dass ich es gerne mit euch teilen möchte.

Zuallererst muss zwischen fünf unterschiedlichen Ebenen gesprochen werden. Das Leben von Joseph hat nicht die gleiche Gewichtung wie die Aussage von Micha 5,1, in der der Geburtsort Jesu exakt vorhergesagt wird. Deswegen muss man unterscheiden zwischen:

  1. Speziellen Weissagungen
  2. Typologien
  3. Vorbilder und Vorschattungen
  4. Jahwe-Manifestationen
  5. Spezifisch Jüdische Auslegungen

In folgenden Beiträgen werde ich einzeln erläutern, wie diese Ebenen in der Bibel vertreten sind und welche Gewichtung diese haben.