Wie Erzieht man zu Treue in Ehe Familie und Beruf?

Treu

In einem vorigen Beitrag wurde erarbeitet, wie man zur Treue im Glauben erziehen kann. In dem vorliegenden soll die Thematik der Treue noch einmal aufgegriffen und für die Bereiche Ehe, Familie, Beruf und dem Nächsten gegenüber ausgelegt werden.

1        Treue in der Ehe

Das Abbild der Beziehung zwischen Gott und seinem außerwählten Volk wird in unserer Welt am deutlichsten in der Ehe abgebildet. Genauso wie Gott sein Volk zur Treue aufruft, fordert er auch in jedem Ehebund gegenseitige Treue. Es gibt sonst keinen Bereich in unserem Leben, in dem die Treue so wichtig ist wie in der Ehe. Wie erzieht man Verheiratete und Unverheiratete dazu, ein treues Eheleben zu führen?

1.1        Liebe

Wie auch in der Beziehung zu Gott, ist Treue ohne Liebe schwer. Ohne Liebe wird Treue zum angelernten Gebot, die nur um des Gebotes willen gehalten wird, aber nicht aus freiem Herzen heraus. Eine Beziehung, die erfüllt ist von Liebe, ist geprägt von Güte, Selbstlosigkeit, Vergebung, Wahrheit und Geduld[1]– für Untreue ist kein Platz vorhanden.

Soll nun ein Ehepaar bis zum Tod die Treue halten[2], muss es beständig in der Liebe bleiben[3] und bei Vernachlässigung derselben Ermahnung und Zurechtweisung von Seiten des Partners oder eines Dieners annehmen[4]. Geprägt von dieser Liebe werden bereits verheiratete Paare zur Nachahmung ermutigt, unverheiratet wird ein Vorbild gegeben, wie sie später ihre Beziehung führen sollen[5]. Insbesondere die Belehrung sollte hier nicht vernachlässigt werden, da auch sie die Liebe und infolgedessen die Treue fördert. In Literatur und Vorträgen gibt es genügend Beispiele, Anreize und Vorschläge, wie die Liebe in einer Beziehung erhalten und gefördert werden kann[6].

1.2        Gehorsam

Wem gegenüber soll in der Ehe Gehorsam geübt werden? Zuallererst gilt es, dem Wort Gottes zu gehorchen, das viele Ratschläge zu einer treuen Ehe enthält. Die alttestamentlichen Gebote, die zur Treue aufrufen und den Ehebruch bestrafen sind zuallererst zu nennen[7]. Genauso wichtig ist das Vorbild der Sara-Kindschaft, deren Merkmal laut 1.Petr. 3,6 der Gehorsam ist. Des Weiteren gilt es auch den neutestamentlichen Geboten von Jesus und den Aposteln zu gehorchen[8].

Grundlegend hierfür ist die Belehrung mit dem Wort Gottes: Unwissenheit über die Ordnungen Gottes in der Ehe können zur Übertretung derselben führen[9]. Diese Belehrung sollte nicht nur bei schon verheirateten Paaren praktiziert werden, sondern schon von klein auf den Kindern beigebracht werden[10]. Mit der Zurechtweisung bei Untreue sollte nicht gespart werden genauso wie die Strafe dafür erklärt und angewendet werden soll[11].

Auch die Ermutigung zum Gehorsam darf nicht vernachlässigt werden, da das Fleischliche in uns gegen den Gehorsam kämpft[12] und uns zur Untreue bringen will. Die Ermutigung, dem zu wiederstehen und ein heiliges Leben zu führen ist nicht nur die Aufgabe der Erziehenden, sondern jedes Christen[13].

Werden diese Aspekte zu Wahrung der Treue beachtet und ausgelebt, steht einer glücklichen Ehe nichts im Wege und führt zu einem harmonischen Familienleben, das genauer im nächsten Punkt betrachtet wird.

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Zeitstrahl: Das Leben Josefs

Josef ist eine besonders wichtige Person der Bibel- kein anderes Leben im Alten Testament weist so viele verblüffende Parallelen und Vorbilder zu Jesus Christus auf, wie das von Josef. Um einen Überblick über sein ganzes Leben zu bekommen, sind hier die Lebensdaten von Josef auf einem Zeitstrahl zusammengetragen:

Das Leben Josefs

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Leben Paulus

Bisher erschien auf diesem Blog auch ein Zeitstrahl des Leben des Paulus


 

Wie aus Israel Palästina wurde

Palästina, das Gebiet am östlichen Mittelmeer hat eine große Geschichte zu erzählen: Viele Völker haben auf dem Boden Kanaans, Israel, Judäa, Samaria, Galiläa und letztendlich auch Palästina gelebt.

Lange Zeit war das Gebiet in jüdischer Hand und es trug den Namen Judäa, bis dann Simon bar Kochba im Jahre 132 einen Aufstand gegen die römische Herrschaft begann. Der Aufstand wurde niedergeschlagen und alle Israeliten wurden über die ganze Welt verstreut- die Diaspora begann. Unter Kaiser Hadrian wurde das ganze Nahostgebiet neu aufgeteilt und das ehemalige Judäa bekam einen neuen Namen: Syria Palaestina.

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Doch woher kommt der Name? Allgemein wird angenommen, dass der Name von den „Philistern“ stammt, die im 12 Jhd. v.Chr von Kreta in das Land Kanaan eingewandert sind. Doch schon fünf bis sechs Jahrhunderte vor dieser Umbenennung existierten die Philister als eigenständiges Volk nicht mehr. In den Eroberungszügen der Assyrer und Babylonier sind die Philister genauso wie die Königreiche Israel und Juda zerstört worden. Dass der Name Palästina auf das schon 500 Jahre Ausgestorbene Volk der Philister beruht ist deswegen schwer nachzuvollziehen.

Wahrscheinlicher scheint mir, dass das Wort Palästina eine einfache Griechische Übersetzung des Wortes „Israel“ ist. Warum aber? Lasst uns dafür den Ursprung des Namens Israel erforschen, und welche Bedeutung dieser hat. In 1.Mose 32,25-29

1.Mose 23,25-29: Jakob aber blieb allein zurück. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach. Und als dieser sah, dass er ihn nicht bezwingen konnte, da rührte er sein Hüftgelenk an, so dass Jakobs Hüftgelenk verrenkt wurde beim Ringen mit ihm.  Und der Mann sprach: Lass mich gehen; denn die Morgenröte bricht an! Jakob aber sprach: Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich!

Da fragte er ihn: Was ist dein Name? Er antwortete: Jakob! Da sprach er: Dein Name soll nicht mehr Jakob sein, sondern Israel; denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft und hast gewonnen!

Den Namen „Israel“ bekam Jakob, nachdem er eine ganze Nacht mit dem Engel des HERRN gerungen hat. Als Ergebnis dieses Ringkampfes bekommt der den Namen „Israel“.

Übersetzt man nun Ringkämpfer ins griechische, wird hierfür das Wort  παλαιστής (ausgesprochen: palaistís) verwendet. Vermutlich bezogen sich die Historiker der damaligen Zeit auf dieses Ereignis und diese Übersetzung, als sie über Israel schrieben, denn in historischen Berichten von Herdeot, Philo von Alexandria und Aristoteles beschreibt Palästina immer hauptsächlich das ganze Gebiet von Israel.

In der Septuaginta das Volk der Philister mit einem anderen Wort beschrieben: Γη των Φιλισταίων (Gi̱ to̱n Filistaío̱n) nicht palaistís, obwohl dieses Wort schon vor der Zeit unter Heredot in Verwendung war- nur eben für das ganze Gebiet Israels und Judäa.

Wortbedeutung

Dass das Wort „Palästina“ gar nichts mit dem Volk Israel zu tun hat, wage ich zu bezweifeln, zu sehr sprechen die Indizien dafür, dass das Land Israel und Judäa schon vor der Umbenennung durch Hadrian den Namen Palästina trug und nicht eine Strafe für den Bar-Kochba Aufstand war. Und dass die Philister verschwindend wenig zu dem Namen beigetragen haben, sprechen folgende Punkte:

  1. Historisch: Die Philister wurden unter dem König Nebukadnezar von Babylon aus ihrem Land vertrieben, wie das Südreich Juda- aber es kehrte nie zurück um als Nation weiterzuexistieren.
  2. Philologisch: Das für das Volk der Philister verwendete griechische Wort ist Γη των Φιλισταίων (Gi̱ to̱n Filistaío̱n), was nicht übereinstimmt mit dem Namen für Palästina: Παλαιστίνη
  3. Zeitzeugen: Als Aristoteles über Palästina schrieb, meinte er nicht die fünf Königsstädte am Mittelmeer, sondern das Palästina, das am Toten Meer lag, wo aber nachweislich keine Philisterkönige herrschten.

Die Menschen, die also meinen mit Palästinenser ein Volk zu bezeichnen, das auf die Philister zurückgeht, würde ich zur Vorsicht raten- es ist zu wahrscheinlich, dass diese Bezeichnung lediglich „Israel“ bedeutet nur ins griechische übersetzt.


Dieser Artikel beansprucht nicht die Vollständigkeit eines wissenschaftlichen Artikels, es soll nur zur Diskussion und zum Nachdenken anregen. Für weitere Informationen empfehle ich folgendes Werk:

David M. Jacobson, Palestine and Israel. Erschienen in Bulletin of the American Schools of Oriental Research, No. 313 (Feb., 1999), pp. 65-74

Oder eine Zusammenfassung dazu auf COJS


Hexapla und Dodekapla: 12 Bibeln in einem Werk

DodekaplaIn der Bibelschule betrachten wir zurzeit den ersten Petrusbrief und immer wieder lässt unser Bibelschullehrer einen von uns die gerade betrachteten Verse in anderen Übersetzungen vorlesen. Dies ließ in mir den Gedanken heranreifen, ein Buch oder ein Heft zu erstellen, in dem mehrer Übersetzungen aufgeführt sind. Ähnlich der Hexapla von Origenes. Nur wollte ich mich nicht mit sechs Übersetzungen zufriedengeben, sondern gleich mit zwölf beginnen. So habe ich mit MicrosoftPublisher eine Datei angelegt, in der ich auf einer Doppelseite in Textfeldern zwölf Übersetzungen unterbringen kann. Folgende Übersetzungen habe ich in das Dodekapla.-Werk aufgenommen:

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Hexapla Wiki CC
  • Schlachter 2000
  • Schlachter 1951
  • Elberfelder 1905
  • Elberfelder CSV
  • Luther 1912
  • Luther 2017
  • King James Version 1769
  • King James Version 2000
  • Russische Synodal
  • Französisch nach Darby
  • Spanisch nach Reina Valera 1960
  • Griechisch SBLGNT

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Tipps zum Bibelstudium: Abschnitte anhand einer Tabelle erforschen

Zurzeit bearbeite ich von der BFU den Kurs „Methoden des Bibelstudiums“. In der zehnten Lektion wird der Gedanke angeführt, einen Bibelabschnitt in Form einer Tabelle zu studieren. Folgende Punkte sollen in der Tabelle enthalten sein:

  • Der Vers in seinem ursprünglicher Schreibweise
  • Wiedergabe des Verses in eigenen Worten
  • Fragen, die mir zu dem Vers einfallen- wenn mögliche diesen nachgehen und die Antwort dazu aufschreiben
  • Parallelstellen zu diesem Vers suchen
  • Erkenntnisse und Schlüsse, die mir aus dem Vers wichtig geworden sind
  • Wenn möglich eine Anwendungen des Verses formulieren

Die daraus resultierende Tabelle sieht so aus:

Header

Diese Tabelle habe ich mir erstellt, weil ich sie in der Anwendung sehr hilfreich und gut strukturiert erscheint. Es ist wirklich empfehlenswert, dass jeder, der eine Predigt oder eine Ansprache vor einer Gemeinde, Kinder- oder Jugendgruppe hält, seinen Bibeltext anhand dieser Tabelle durcharbeitet. Die Gefahr, dass gute Gedanken durch unstrukturiertes Vorgehen verschütt gehen, ist somit um vieles Geringer.

Damit ihr diese Tabelle nicht selber zu erstellen braucht, könnt ihr sie als Bild, im PDF oder DOCX Format Downloaden.

Abschnitte anhand einer Tabelle erforschen.jpg

Abschnitte anhand einer Tabelle erforschen.pdf

Abschnitte anhand einer Tabelle erforschen.docx

Das Leben des Paulus: Zeitstrahl

Über Paulus wird in dem Neuen Testament viel berichtet und dazu noch in unterschiedlichen Büchern. Will man ein einheitliches Bild über das Leben von Paulus haben, ist ein Zeitstrahl seines Lebens dabei sehr hilfreich.

Im Internet findet man lediglich einige Lebensläufe von Paulus (hier und hier) einen Zeitstrahl in einem Bild habe ich bisher noch nicht gefunden.

Über manche Jahreszahlen, die hier aufgeführt sind, kann man diskutieren, deswegen ist dieser Zeitstrahl  eher als eine Rekonstruktion des Lebens von Paulus zu verstehen.

Das Leben des Paulus

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Download.xlsx

Kapitelzusammenfassung des AT

Ich finde es absolut erstrebenswert, einmal im Jahr die ganze Bibel durchzulesen. Mein Schema dafür sieht folgendermaßen aus:  Morgens lese ich ein Kapitel aus dem NT und Abends drei Kapitel aus dem AT. Mit diesem System schafft man es im Jahr so ungefähr zweimal das NT und einmal das AT durchzulesen. Nebenbei mache ich mir auch hin und wieder Notizen oder beschäftige mich mit einem besonderen Thema.

Mein letztes, größeres Projekt habe ich in den letzten Tagen abgeschlossen: Eine Datei, in der alle Kapitel des Alten Testaments mit einem kurzen Satz beschrieben sind. Fast ein Jahr hat es gedauert, jeden Abend in der Stillen Zeit drei weitere Kapitel in dieses Verzeichnis einzufügen. Das Ergebnis findet ihr weiter unten als PDF Datei. Bei manchen Kapiteln sind auch Jahreszahlen beigefügt, soweit ich sie errechnen konnte.dfsdfsd

Hier der Download für die Kapitelzusammenfassung des AT.pdf

Falls es euch interessiert, habe ich vor einiger Zeit auch eine Versstatistik der des Alten Testaments  und eine für das Neue Testament erstellt.

Download: Versstatistik der gesamten Bibel und das Ranking Kapitel und Verse der Bibel

Erziehung nach biblischen Prinzipien im Buch Esther

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1         Einleitung

Über lange Zeit war die westliche Pädagogik eine von der Bibel geprägte Lehre. Begonnen von den Aposteln, weitergeführt durch die Apostolischen Väter und Kirchenväter, war die Bibel die grundlegende Referenz nach der Erziehungsfragen beantwortet wurden[1]. Auch später in den Klöstern, den pädagogischen Einrichtungen Europas schlechthin, war die Erziehung nach der Lehre und nach den Prinzipien der Bibel die Grundlage[2]. Nach der Reformation[3] und während des Pietismus[4] war die Bibel noch die grundlegende Bezugsquelle zur Erziehung.

Doch nachdem die Zentrale Stellung der Bibel in der Pädagogik von Jean-Jaques Rousseau geraubt wurde[5], nahmen sich Philanthropen, Neuhumanisten und atheistisch geprägte Pädagogen des Faches an und setzten diesem ihre Prägung auf. Diese überboten sich bis heute in ständig wechselnden Thesen und Ansätzen[6], und schafften es bis heute nicht, allgemeingültige Prinzipien aufzustellen. Resigniert muss man feststellen, dass die moderne Pädagogik „nicht nur ihre Ziele verloren hat, sondern sich selbst in Frage stellt.“[7]

Deswegen ist es für die heutige Zeit essentiell, autoritative Quellen zu diesem Thema zu befragen und wahre, richtige Schlüsse zu ziehen um zu vermeiden, dass unsere Meinung nur eine Falsche unter vielen anderen Falschen wird. Als Quelle dazu soll uns die Heilige Schrift dienen, die, inspiriert von Gott dem Allmächtigen höchstpersönlich, alles enthält was nützlich zur Zurechtweisung und Erziehung in der Gerechtigkeit ist.[8]

Insbesondere wollen wir in dieser Ausarbeitung unsere Blicke auf das Buch Esther werfen, das uns eine ganze Reihe an Beispielen für die Prinzipien darstellt, nach denen eine biblische Erziehung vorgenommen werden soll. Die beiden Grundlegenden Prinzipien[9], Liebe und Gehorsam, werden zuvorderst betrachtet. Auf die Mittel der biblischen Erziehungsprinzipien[10]: Belehrung, Ermutigung, Vorbild, Zurechtweisung und Strafe wird immer wieder Bezug genommen, aber nicht in gesonderten Unterpunkten ausgelegt.

Das Augenmerk liegt insbesondere auf den zwei Hauptpersonen des Buches, Esther und Mordechai. Es wäre auch möglich aus der Handlung des Königs im ersten Kapitel biblische Prinzipen herauszufiltern[11] oder auch aus den Reaktionen des Volkes (in Esther 1,17; 4,16-17; 9,2-4). Diesem wird hier aber nicht viel Raum gegeben werden, weil biblische Prinzipien am besten an gottesfürchtigen Personen gezeigt werden können.

2         Das Prinzip der Liebe

Als erstes und wichtigstes Prinzip der Erziehung nach Biblischen Grundlagen gilt die Liebe[12]. Weil Gott in seinem Charakter die ewige Liebe selber ist[13] soll sie auch als Grundlage zur Erziehung nach biblischen Prinzipien gelten. Im Buch Esther sieht man in folgenden Situationen das Prinzip der Liebe zur Erreichung eines Erziehungsziels:

     2.1        Mordechei handelt nach dem Prinzip der Liebe

          2.1.1       Er nimmt Esther als Pflegetochter an

Esther 2,7      Und als ihr Vater und ihre Mutter gestorben waren, hatte Mordechai sie als seine Tochter angenommen.

Mordechai als Onkel der Esther, hat nach der Tragödie, die das junge Mädchen traf, gerade seine Liebe dadurch bewiesen, dass er das Waisenkind als seine eigene Tochter aufnahm. Die Grundlage für den weiteren Verlauf des Buches, und sogar des Volkes Israel, gründet im Wesentlichen auf gerade dieser Beziehung.ancient-1642971_1920

         2.1.2       Er kümmerte sich um Esthers wohlergehen

Esther 2,11: Und Mordechai ging alle Tage vor dem Hof am Frauenhaus auf und ab, um zu erfahren, ob es Esther wohlgehe und was mit ihr geschehe.

Selbst als Esther schon in dem Frauenhaus des Königs wohnte und nicht unter der Obhut Mordechais war, kümmerte er sich um sie, und zeigte täglich Interesse und Mitgefühl an ihrem Schicksal. Diese mitfühlende Fürsorge hat ihren Ursprung in der Liebe, die in Mordechais Herzen ruhte, die auch nach der Trennung von Esther nicht versiegte.

          2.1.3       Er liebt seine Mitmenschen

Esther 2, 21   In jenen Tagen, als Mordechai im Tor des Königs saß, gerieten die zwei Kämmerer des Königs, […], in Zorn und trachteten danach, Hand an den König Ahasveros zu legen.

Dadurch, dass Mordechai dem Gesetz gehorchte und seinen Nächste liebt wie sich selbst, konnte er dem geplanten Mordanschlag gegen den König nicht untätig geschehen lassen. Er handelte und schützte den König vor dem Tod, indem er diesem von dem geplanten Mordanschlag berichtete. Wir sehen hier zum einem das Prinzip der Liebe und das Mittel des Vorbildes, welches er der schon als Königin regierenden Esther durch ihre Einbeziehung gab.

     2.2        Auswirkung der Liebe auf Esthers leben

Das eine Erziehung nach dem Prinzip der Liebe nicht Spurlos an Esther vorübergangen ist, sieht man an folgenden Punkten:

          2.2.1       Sie ist besonders liebenswürdig

Esther 2,17a Und der König gewann Esther lieber als alle anderen Frauen, und sie fand Gnade und Gunst vor ihm, mehr als alle Jungfrauen…

Die Liebe, die Mordechai Esther vorbildlich entgegenbrachte als er sie zur Adoptivtochter nahm, wie er sich ums sie sorgte, selbst als sie im Frauenhaus des Königs war, musste ihr eine besondere Prägung gegeben haben. Weil Liebe bekanntlich auf Gegenliebe beruht muss in Esther eine besondere Liebe vorhanden gewesen sein, die den König gewinne konnte. Der König Ahasveros gewann Esther nämlich „lieber als alle anderen Frauen“.

          2.2.2       Sie liebt ihr Volk

Esther. 4,16: …und dann will ich zum König hineingehen, obgleich es nicht nach dem Gesetz ist. Komme ich um, so komme ich um!

Die Liebe, die Esther zu ihrem Volk hatte, zeigt sich besonders in den obigen Versen. Ihr eigenes Leben war es ihr wert, für das Leben des Volkes geopfert zu werden. Sie entschloss sich aus Liebe zu dem Volk Gottes ihr Leben aufs Spiel zu setzen um, wenn möglich, dieses aus den Händen Hamans zu befreien.

          2.2.3       Sie erweist Mordechai Liebe

Esther 8,2 Und Esther setzte Mordechai über das Haus Hamans.

Nachdem Hamans Mordversuch an Mordechai und den Juden nicht gelang, und er diesen mit seinem Leben bezahlen musste, erwies Esther Mordechai die gleiche Liebe, die sie von ihm erfahren hatte. Mordechai holte sie aus dem leeren Elternhaus in sein sicheres Haus und Esther holt ihn vom Tor zu dem höchsten Amt an dem Hof des Königs.

3         Das Prinzip des Gehorsams

Das zweite Grundlegende Prinzip der Erziehung ist neben der Liebe der Gehorsam. Gottes Anspruch auf Gehorsam wird besonders deutlich als er dem Volk Israel das Gesetz gab. Er fordert sie auf, die Gebote zu halten, „zum Besten für dich selbst“[14]. Folgende Situationen zeigen, wie das Prinzip des Gehorsams zum Besten für das Volk Israel geführt hat.

     3.1        Mordechai und der Gehorsam

          3.1.1       Er gehorcht Gott mehr als Menschen

Esther 3.2 Aber Mordechai beugte die Knie nicht und fiel nicht nieder.

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The Triumph of Mordechai- Wiki CC

Mordechai wusste von dem Gebot des Königs, trotzdem befolgte er dieses nicht, weil er von einem höheren Gebot, dem ersten und zweiten Gebot wusste. Weil er diesem Gebot Gottes gehorchte, und niemand anderen anbeten noch dienen wollte, übte er gehorsam. Hier sehen wir wieder das Mittel des Vorbildes, das Esther in Mordechais Handlungsweisen vermittelt wurde.

 

          3.1.2       Er fordert von Esther Gehorsam

Esther 2,20: Denn Esther handelte nach der Weisung Mordechais, wie zu der Zeit, als sie noch von ihm erzogen wurde.

Während Esther im Hause Mordechais erzogen wurde, handelte Sie nach den Weisungen ihres Pflegevaters. Gepaart mit der Liebe ergibt sich aus der Weisung eine Belehrung und eine Ermutigung zur richtigen Handlungsweise- welche zwei Mittel sind, um zur Gottesfurcht zu erziehen.

          3.1.3       Er gehorchte Esther

Esther. 4,17 Und Mordechai ging hin und machte alles ganz so, wie Esther es ihm geboten hatte.

Als sich das Blatt gewendet hatte, und Esther politisch höher stand als Mordechai, war es für diesen keine Frage, auch Esther zu gehorchen. Er hatte selber von Gott den richtigen Gehorsam gelernt, ihn Esther vermittelt und sich diesem auch unterordnet. Dieser Gehorsam ist aber keine Frage der Herrschsucht oder Überheblichkeit, sondern eine Unterordnung unter den Plan des allwissenden Gottes.

     3.2        Esther und der Gehorsam

          3.2.1       Esther gehorcht Mordechai

Wie oben in Esther 2,20 erwähnt wurde, gehorchte Esther Mordechai in den Belehrungen und Weisungen, die sie unter seiner Obhut bekam. Auch später, als sie ihm nicht mehr unterstand, gehorchte sie ihm. Esthers Gehorsam gegenüber Mordechai sehen wir in folgendem:

  1. Sie nennt nicht ihre Herkunft nach Mordechais Gebot (Esther 2,20)

Mordechai befahl der Esther nicht ihre Herkunft anzugeben. Man sieht später[15], dass trotz der Beziehung, die sie zu Mordechai hatte, keiner Verdacht schöpfte, dass sie eine Jüdin sei.

  1. Sie bittet vor dem König um Gnade für ihr Volk nach Hamans Aufforderung

Esther 4,8 …und sie auffordere, zum König hineinzugehen, um seine Gnade zu erflehen und vor seinem Angesicht für ihr Volk zu bitten.

Auch als Mordechei von Esther eine schier unlösbare Aufforderung gestellt bekommt, gehorcht sie ihm, weil sie die Autorität Gottes hinter diesem spürt. In seiner Begründung[16] wendet Mordechai das Mittel der Strafandrohung an. Er selber sieht sich nicht als Vollstrecker, sondern warnt vor dem Gericht Gottes, wenn Esther dieser Aufforderung nicht nachkommt.

          3.2.2       Esther gehorcht Gott

Auch wenn der Name Gottes im Buch Esther nicht vorkommt, sieht man trotzdem an ihren Handlungsweisen, dass sie das Gebote Gottes kannte und sie befolgte.

  1. Sie glaubt 5.Mo. 30,1-3 Jer. 29,10-13 in Esther 4,16

Mose und der Prophet Jeremia haben in ihren Schriften verhießen, dass das Volk, wenn es im Exil ist und den Herrn anruft, gewiss von ihm erhört werden wird. Diesen Glauben hatte Esther, als sie das ganze Volk zum dreitägigen Fasten aufrief, damit dieses für sie zu Gott flehte.

4         Fazit

In Mordechai und Esthers Leben sieht man die beiden Prinzipien Liebe und Gehorsam sehr oft in den Vordergrund treten, ja sogar zur permanenten Haltung gegenüber Gott und Mitmenschen werden. Begonnen in der Adoption Esthers durch Mordechai wurde diese durch sein Vorbild der Liebe so geprägt, dass später der König in Esther eine solch liebenswerte Person fand, dass sie ihm von allen Frauen am meisten gefiel. Der Gehorsam, den Mordechai Gott erwies, brachte Esther auch dazu zu gehorchen. Zuallererst Mordechai in seiner Erziehung und seinen Ratschlägen, später auch Hegai, dem Kämmerer des Königs, der ihr zu dem richtigen Auftritt vor dem König verhalf. An oberster Stelle aber soll Esthers gottesfürchtiges Wesen genannt werden, das zwar im Buch Esther nicht explizit erwähnt wird, aber dem gläubigen Leser offenbar wird, wenn er ihre Handlungen sieht, die von glauben und gehorsam an das Wort Gottes zeugen.

Das Buch Esther soll uns besonders dazu auffordern unsere Aufgabe als Vorbild für Mitmenschen oder auch der Anvertrauten in Liebe und Gehorsam Gott gegenüber auszuführen. Die Wunder, von denen das Buch berichtet, wären ohne Zweifel nicht geschehen, wenn Mordechai an Esther lieblos gehandelt hätte und sie nicht als Pflegetochter aufgenommen hätte. Und wäre er nicht dem Wort Gottes gehorsam gewesen, sondern hätte sich vor Haman immer verbeugt, wäre das Volk Israel nie zu solch einem Angesehen Volk geworden und er wäre nicht der größte Staatsmann in Susa geworden.

Wir sehen, dass für eine Erziehung in Gottesfurcht zuallererst die Liebe und der Gehorsam des Verantwortlichen Gott gegenüber zählen. Sind diese bei ihm stark ausgeprägt und handelt er in seinem Leben selber nach diesen Prinzipien, werden die ihm Anvertrauten in ihm ein Vorbild finden und unter seiner Belehrung und Ermutigung denselben Weg einschlagen.

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Literaturverzeichnis und Quellen

Mauerhofer, Armin. Pädagogik auf Biblischer Grundlage, 2.Auflage, VTR Nürnberg/ RVB Hamburg, 2009

Benedikt von Nursia. Regula Benedicti. Stift Melk Stand: 13.02.2017, Übersetzer unbekannt, http://www.stiftmelk.at/frame_regula.htm,

Luther, Martin. Anweisung zu einer Christlichen Kindererziehung, Ins heutige Deutsch übertragen von Andreas auf Glaubensstimme.de: 13.02.2017, 20:11 http://www.glaubensstimme.de/doku.php?id=autoren:l:luther:a:anweisung_zu_einer_christlichen_kindererziehung

Francke, August Hermann. August Hermann Franckes Grosser Aufsatz. Festschrift zum zweihundertjährigen Jubiläum der Universität Halle. Hrsg. von W. Fries. Halle: Verl. d. Buchhandlung d. Waisenhauses, 1894.

Töws, Johann. Pädagogik, Grundlegendes zum biblischen Verständnis in der Erziehung zur Gottesfurcht. Vorlesungsunterlagen zum Fach Pädagogik an der Bibelschule Kalletal. Überarbeitete Fassung vom 01.11.2016

[1] s. 1.Clemesbrief 1,21; Polykarp an die Philipper Kapitel 5; Apostolische Konstitution 2.Buch 2.Kapitel

[2] s. Benedikt von Nursia Regula Benedicti; Thomas von Aquin De magistro

[3] s. Luther Anweisung zur Christlichen Kindererziehung

[4] s. Franke Großer Aufsatz

[5] Mauerhofer Pädagogik auf biblischer Grundlage S.22

[6] Mauerhofer Pädagogik auf biblischer Grundlage S.206

[7] Mauerhofer Pädagogik auf biblischer Grundlage S.137

[8] 2.Tim 3,16

[9] Mauerhofer Pädagogik auf biblischer Grundlage S.219; Töws Pädagogik S. 61

[10]Mauerhofer Pädagogik auf biblischer Grundlage S.219

[11] Er fordert von dem Volk Gehorsam indem die Strafe an Vasti als Vorbild fungiert, und die ausgesandten Boten das Volk belehren

[12] Mauerhofer Pädagogik auf biblischer Grundlage S.206ff;

[13] Jer. 31,3; 1.Joh. 4,8

[14] 5.Mose 50,13

[15] Esther 7,3-4: Der König und Haman wissen nichts von Esthers Volkzugehörigkeit

[16] Esther 4,13-14