Gedicht zur Reformation an die Kirchen

Brennender Baum

Warum hinket ihr auf beiden Seiten?
Warum tut ihr das, was Gott missfällt?
Anstatt sich von seinem Wort zu leiten,
Tut ein jeder das, was ihm gefällt.

Hirten, Lehrer, Priester Pfarrer aller Landen
Wiedersprechen öffentlich dir, meinem Gott
Verachten, Herr dein Wort nur immerfort
Obwohl die Heilige Schrift sie nie verstanden

Blinde Blidenleiter auf Synoden
Verführet von der Professoren Stamm
Gewurzelt nur auf kargen Boden
Wenig Frucht bisher von ihnen kam.

Und dennoch nennen sie sich deine Kirche
Gott- und lieben nimmermehr dein Wort
Ihr Leben für dich- ein beißender Spott
Sie verachten das Leben und wählen den Tod.

Gedenken wollen sie an alte Zeiten
Doch sie handeln wie die Väter nicht
Das Volk, in dem Aufging ein großes Licht
Ließ sich verleiten und kommt nun ins gleiten.

Gott, welch ein Feuer muss den fallen,
Dass die Heidenchristenschar
An deinem Wort hat Wohlgefallen
Und zweifelt nicht an dem, was ewig Wahr.

Wie lange wird es denn noch dauern
Bis der letzte Baum vertrocknet und verbrannt?
Dass dein Segen kann in Schauern
Segnen die, die sich zu dir bekannt?

Wenn doch die ganze Welt zusammenliefe
Mit einer Stimm in Eintracht riefe
Das eine Wort nur immerfort:
Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott

Christian Fürchtegott Gellert: Fabeln und Erzählungen als PDF Download

Christian Fürchtegott Gellert wurde 1715 als fünftes Kind einer 13köpfigen Pastorenfamilie   geboren. Seine ärmlichen Verhältnisse zwangen ihn später dazu, sein begonnenes Studium der Theologie und Philosophie unterbrechen zu müssen. Nachdem er sich mit Privatunterricht und Übersetzungen wieder etwas Geld verdienen konnte, schloss er 1744 als 29-Jähriger sein Studium mit einer Dissertation über die Theorie und Geschichte der Fabeln ab.

Als 30-Jähriger fing er an Vorlesungen über  Moral, Beredsamkeit und Poesie zu halten und wurde 1751 mit 36 Jahren zum außerordentlichen Professor für Philosophie in Leipzig ernannt.

Besonders sein Lied, das er 1757 während dem Siebenjährigen Krieg schrieb, ist uns bis heute sehr gut bekannt: Wie groß ist des Allmächtgen Güte. Aber auch seine Vorlesungen über die Moral mussten damals großen Eindruck auf die Bevölkerung Deutschlands gemacht haben. Johann Wolfgang von Goethe besuchte Vorlesungen des Professors Gellert und schreibt später über seine Morallehre, dass sie das „Fundament der deutschen sittlichen Kultur“ sei.

Während seines Lebens gehörten seine Werke  zu den meistgelesenen Schriften Deutschlands. Besonders gut gelungen sind seine Fabeln und Erzählungen in Gedichtform mit einer moralischen Pointe. Sehr tiefsinnig verstand Gellert es, wichtige moralische Verhaltensweisen durch einfache Geschichten zu verdeutlichen und sind deswegen selbst heute für jeden Leser eine Freude beim lesen und eine Bereicherung für das Leben.

Eines seiner über 148 Fabeln und Erzählungen hier als Kostprobe (unten gibt es das gesamte Werk als kostenlosen Download):

Ein Bär, der lange Zeit sein Brot ertanzen müssen,
Entrann, und wählte sich den ersten Aufenthalt.
Die Bären grüßten ihn mit brüderlichen Küssen,
Und brummten freudig durch den Wald.
Und wo ein Bär den andern sah:
So hieß es: Petz ist wieder da!
Der Bär erzählte drauf, was er in fremden Landen
Für Abenteuer ausgestanden,
Was er gesehn, gehört, getan!
Und fing, da er vom Tanzen redte,
Als ging er noch an seiner Kette,
Auf polnisch schön zu tanzen an.
Die Brüder, die ihn tanzen sahn,
Bewunderten die Wendung seiner Glieder,
Und gleich versuchten es die Brüder;
Allein anstatt, wie er, zu gehn:
So konnten sie kaum aufrecht stehn,
Und mancher fiel die Länge lang danieder.
Um desto mehr ließ sich der Tänzer sehn;
Doch seine Kunst verdroß den ganzen Haufen.
Fort, schrien alle, fort mit dir!
Du Narr willst klüger sein, als wir?
Man zwang den Petz, davonzulaufen.

Sei nicht geschickt, man wird dich wenig hassen,
Weil dir dann jeder ähnlich ist;
Doch je geschickter du vor vielen andern bist;
Je mehr nimm dich in acht, dich prahlend sehn zu lassen.
Wahr ists, man wird auf kurze Zeit
Von deinen Künsten rühmlich sprechen;
Doch traue nicht, bald folgt der Neid,
Und macht aus der Geschicklichkeit
Ein unvergebliches Verbrechen.


 

TitelDownload

Christian Fürchtegott Gellert

Fabeln und Erzählungen

Das gesamte Buch mit 148 Erzählungen und Fabeln in Gedichtform von Christian Fürchtegott Gellert als Download. Bearbeitetes Material von Projekt Gutenberg

Inhalt: 293 Seiten

 

 


Weiteres MaterialTitel190 Erzählungen für die Jugend von Christoph von Schmid

 

Die erste Missionsreise des Paulus als Powerpoint und Karte

Paulus und Barnabas haben eine Strecke von 1800 Kilometer in einer Zeit von fast zwei Jahren zurückgelegt und dabei eine Menge an Christlichen Gemeinden in Syrien und Kleinasien gegründet. Die Missionsreisen des Paulus haben ihre Wirkung bis in unsere Zeit hin fortgesetzt- begann doch die große Missionierung der nichtjüdischen Welt gerade während diesen Reisen. Auch heute ist der Missionseifer des Paulus und seiner Mitdiener ein Ansporn für viele Christen auch die frohe Botschaft vom Reich Gottes zu verkündigen.

Anschaungs- und Präsentationsmaterial zu der ersten Missionsreise des Paulus biete ich hier als kostenlosen Download zur freien Nutzung an. Es gibt die Reise komplett auf einer Karte, als Tabelle oder als Powerpoint, in der nach und nach jede Stadt einzeln mit den dort geschehenen Ereignissen aufleuchtet.

Die gesamte erste Missionsreise: Als Karte

1.Missionsreise gesammtDownload

Die erste Missionsreise: Hinreise mit Informationen

1.Missionsreise HinreiseDownload

Die erste Missionsreise: Rückreise mit Informationen

1.Missionsreise RückreiseDownload

Die erste Missionreise: Powerpoint und PDF

PowerpointPowerpoint: Erste Missionsreise.pptx

PDF: Erste Missionreise.pdf

Alle Ereignisse der ersten Missionsreise

Hinreise1.Missionsreise Hinreise TabelleDownload

Ort Ereignisse Bibelstelle
Antiochia Beginn der ersten Missionsreise von Paulus und Barnabas. Apg. 13,1-4
Seleuzia Paulus und Barnabas reisen nach Seleuzia, von wo sie nach Salamis, Zypern segeln. Apg. 13,4-5
Salamis In Salamis predigen Paulus und Barnabas in jüdischen Synagogen. Apg. 13,4-5
Paphos Paulus und Barnabas predigen Sergius Paulus. Bar-Jesus versucht vergeblich, das zu verhindern. Apg. 13,6-12
Perge Von Paphos segeln sie nach Perge um nach Antiochia in Pisiden zu kommen. Apg. 13,13
Antiochia in Pisidien In Antiochia in Pisiden verkündigt Paulus Jesus als den Messias. Nach starkem Widerstand reisen sie nach Ikonium. Apg. 13,14-52
Ikonioum Großer Widerstand gegen das Evangelium und Flucht nach Lystra und Derbe unter Todesgefahr. Apg. 14,1-7
Lystra Nach der Heilung eines Gelähmten werden sie fast als Götter verehrt. Später wird Paulus gesteinigt und flüchtet nach Derbe. Apg. 14,8-20
Derbe Eine „schöne Zahl Jünger gewonnen“ und baldige Rückreise nach Lystra. Apg. 14,20-21

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Lystra, Ikonium und Antiochia Auf der Rückreise stärken sie die Gemeinden in Lystra, Ikonium und Antiochia und setzen in jeder Gemeinde Älteste ein. Apg. 14,20-21
Perge Paulus und Barnabas predigen das Evangelium bevor sie nach Attalia reisen. Apg. 14,24-25
Attalia În Attalia besteigen sie ein Schiff, dass sie nach Antiochia in Syrien zurückbringt. Apg. 14,26
Antiochia in Syrien Paulus und Barnabas berichten von ihrer Missions-reise und bleiben „eine nicht geringe Zeit“ in Antiochia. Apg. 14,27-28

Beide Tabellen auch in der PDF: Erste Missionreise.pdf

 

 

 

Wie besitzt ein Christ sein Besitz richtig?

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In dem vorigen Beitrag: Die Stellung eines Christen zu Arbeit und Besitz

1.        Die Frage der Herrschaft

Die Frage, der wir uns zuallererst stellen wollen, ist: Wer ist der Herrscher in dieser angelegenheit? Der Mammon, Gott oder wir selber? ,Spurgeon schrieb von dem Geld, dass es schlimm wäre, „wenn es sich bei uns niederließe und unser Herr würde.[1]“ und Jesus sagte, dass man nicht dem Geld und Gott gleichzeitig dienen kann[2]. Dies kann man auch ausweiten auf den ganzen Besitz eines Menschen und die Frage stellen: Wer ist der Herr in dieser Beziehung? Es ergeben sich drei Möglichkeiten:

1.1        Der Besitz ist der Herr

Die gefährlichste der Möglichkeiten ist die, dass der Besitz Herr über unser Denken, Fühlen und Wollen ist. Alles was getan wird, ist dem Aspekt unterworfen, mehr Besitz anzuhäufen. Diese Herrschaft ist gnadenlos, weil sie keinen anderen Herrn erlaubt und als Ziel hat, den Menschen in das Verderben zu stürzen[3].

Häuft man sein Besitz alleine dazu an, um es zu besitzen ist die Gefahr groß, dass es sich während des Leben durch Umstände[4] und am Ende des Lebens ganz sicher in ein Nichts auflösen wird. Es sei deswegen zu bedenken, dass unser ganzer Besitz, wie auch wir, von Grund auf Gott gehören[5] und wir lediglich Verwalter der Güter sind. Es steht dem Mammon deswegen nicht zu, Herr über den Christen zu sein, nur muss dieser sich dazu bewusst durchringen.

1.2        Der Mensch will Herr über seinem Besitz sein

Einige Christen sind der Meinung, dass Gott seinen Leuten gelingen gibt, um den Besitz zu vermehren und für sich selbst zu nutzen[6].  Sie geben den Zehnten getreu ab, aber was darüber ist, wird als „nicht unter Gottes Einfluss stehend“ betrachtet. Doch hat ein Christ nicht das Recht dazu, es nur für sich selbst auszugeben[7]. Die Gefahr bei dieser egozentrischen Lebensweise ist, dass sich der irdische Reichtum geistlich gesehen als große Armut entpuppt[8] und letztendlich der Vernichtung anheimfällt, weil er nur für das eigene Vergnügen ausgegeben wurde[9]. Die Folge davon ist, dass man, im Himmel angekommen, keinen ewigen Besitz vorzuweisen hat und der Lohn kärglich ausfällt[10].

Eine zweite Gefahr ist die, dass bei dem „kargen wo man soll“ man schon auf der Erde nur noch ärmer wird[11]. Watchman Nee sagt über Menschen, die ihr Geld an sich raffen, dass sie nicht dabei sein werden, „wenn Gott „sein Geld“ austeilt“[12]. Es ist also eine schlechte Zukunftsinvestition, wenn man hier auf der Erde sein Geld nur für sich behält und nicht bereit ist es für die Arbeiten im Reich Gottes auszugeben.

1.3        Gott ist der Herr über unser Besitz

Es ist eine Frage der Liebe, welchen Stellenwert Gott und der Besitz in unserem Leben einnimmt. Piper bedauert es, dass viele ihre tiefste Sehnsucht mit käuflichen Vergnügen zu stillen versuchen und „sich mit der Geldliebe zufriedengeben statt mit der Liebe Gottes.[13]

Genauer betrachtet ist es also eine Frage des tiefsten Glücks, ob wir uns mit der Liebe zum Besitz betäuben oder das wahre Glück in der Liebe zu Gott finden. Deswegen geht dem allen die Übergabe des gesamten Lebens an den ewigen Gott voraus, bevor wir Gott als Herr über unseren Besitz stellen können[14], weil dieser nur ein Teilbereich eines Lebens als Christ ist.

An Zachäus sieht man[15], wie seine neue Einstellung zum Besitz für Jesus der Anlass war, zu bezeugen, “diesem Haus Heil widerfahren […] ist[16].

Die Folge dessen ist, dass wir anerkennen, dass weder wir, noch unser Besitz uns gehören[17] und Gott das Recht dazu hat, zu bestimmen, was damit geschehen soll.  Viele schrecken vor diesem Schritt zurück, weil sie befürchten, alles was sie haben, abgeben zu müssen und meinen dadurch tiefunglücklich zu werden. Dem Christen stellt sich deswegen die Frage, was Gott mit dem Besitz machen will, wenn er der Herrscher darüber wird.

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3.1.1   Was will Gott mit meinem Besitz machen?

Das Ziel, das Gott mit unserem Besitz verfolgt ist zuallererst der, dass er uns damit ewige Freude und Reichtum[18] verschaffen will. Daraus ergeben sich Richtlinien[19], die uns Gott als Herrscher über unseren Besitz übermittelt hat

  1. Für Gott säen[20]: Der Überfluss und Besitz der Gegenwart soll als Saatmaterial verwendet werden, um in zukünftiger Notlage von anderen Menschen Hilfe zu ernten[21].
  2. Es Gott bringen[22]: Gerade die Abgabe des Zehnten[23] zuallererst an die eigene Gemeinde ist eine feste Verpflichtung[24]. Dies führt laut Maleachi zu Segen in Fülle.
  3. Gebet- und Geistgeleitet[25]: Unser Geben „sollte als Antwort auf ein ernstes, gläubiges Gebet[26]“ vom Heiligen Geist geleitet sein.
  4. Gott alles schenken[27]: Der Bruch mit der Herrschaft des Mammons zeigt sich darin, dass man alle Absicherungen an Gott abgibt. Wer von Gott Hilfe erwarten will, muss zuerst das letzte Wasser und das letzte Scherflein Gott opfern[28].
  5. Freiwillig und großzügig geben[29]: Ein Sparen am falschen Ort führt statt zu Reichtum zur Armut, einen freiwilligen und fröhlichen Geber hingegen hat Gott lieb[30].
  6. Sorge um die eigene Familie[31]: Wer seinen ganzen Besitz der eigenen Familie vorenthält, ist schlimmer als ein Ungläubiger. Deswegen hat die Sorge für die eigene Familie vor Gott einen hohen Stellenwert.

Zusammenfassend gilt, dass ein Christ „lernen [soll], seinen Besitz und seine finanziellen Angelegenheiten loszulassen.[32]“ Indem er seinen Besitz und seine Kraft für das Werk Gottes ausgibt, übergibt er es Gott, der dann mit liebender Fürsorge für alle Bedürfnisse sorgt[33].

2.       Abschließende Gedanken

Es ist ein herausforderndes Thema, sich mit den Anforderungen Gottes über „meinen“ Besitz zu beschäftigen. Gerade weil viel Literatur und viele Erfahrungen die Kirchengeschichte bereichert haben, findet man unterschiedlichste Ratschläge. In den grundlegenden Dingen wie dem Zehnten und den freiwilligen Spenden sind bibeltreue Ratgeber sich aber einig: Dass diese, wie der gesamte Besitz und der ganze Christ Gott gehören.

Komplexer werden die Gedanken, wenn es nach dem Maß der Hingabe geht. Strengere Ansätze der Gütergemeinschaft zum Beispiel haben in der Geschichte immer wieder Anklang gefunden. Weil diese aber nicht als Allgemeine Regel für jede Gemeinde festlegbar ist, wurde hier kein größeres Augenmerk daraufgelegt.

Lediglich die Position einiger bibelfesten Christen wie Watchman Nee, Georg Müller, Bakth Singh oder auch Hudson Taylor werfen mir große Fragen auf. Sollen wir wirklich wie sie im Dienst für den Herrn jeden Gelderwerb aufgeben, kein Geld einfordern, sondern alles was wir Besitzen spenden und allein von Fügungen des Himmels leben? Gerade 3.1.1 Punkt 4 ist für den normalen Christen schwer realisierbar, auch wenn es wahr ist, was Nee dazu sagt. Es mag sein, dass einige ihren ganzen Besitz für das Werk Gottes geopfert haben, aber es als Regel für alle Christen zu formulieren fällt hierbei schwer.

Auch die Position alles von dem Herrn zu erbeten, statt mit eigenen Händen wie Paulus arbeiten zu gehen, ist für mich weniger nachahmenswert, obwohl es bei vielen großen und gesegneten Männern Gottes auffindbar war und ist. Deswegen ist es individuell mit Gott abzuklären, ob solch eine Vorgehensweise von Gott gefordert oder erwartet wird.

Der Fakt, dass der Christ und sein ganzer Besitz Gott gehören und wir lediglich dessen Verwalter sind, ruft jeden Christen dazu auf, Gott zu fragen, was dieser mit seinem Besitz erreichen will. Diese individuell zu klärende Frage muss eng mit Gott abgesprochen werden und nicht aus falschen Motiven heraus geschehen. Denn kein Christ soll wie Ananias und Saphira enden, sondern mit seinem Besitz Schätze im Himmel ansammeln. Wie genau das geschieht- dazu sollen diese zwei Beiträge anregen und jeder Christ persönlich von Gott erbeten.

In dem vorigen Beitrag: Die Stellung eines Christen zu Arbeit und Besitz

 


Weiterführende Literatur

Piper, John. Von der Pflicht zur Freude, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 2006

Alcorn, Randy. Wo dein Schatz ist…, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 2016

Spurgeon, Charles H. Guter Rat für allerlei Leute; 2. überarbeitet Auflage, , CLV Verlag Bielefeld 2015

Nee, Watchman. Zur Ehre Gottes leben, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 1999

Luther, Martin. Predigten durch ein Jahr

Ströhmann,Gerd. Erziehungsrituale der Hutterischen Täufergemeinschaft. Münster LIT-Verlag 1999

MacDonald, William. Trachtet zuerst… 4.Auflage CLV Verlag Bielefeld 2003

Weiterlesen „Wie besitzt ein Christ sein Besitz richtig?“

Wie geht ein Christ mit Arbeit und Geld um?

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Der irdische Besitz hat durch die Jahrhunderte der Kirchengeschichte einen unterschiedlichen Stellenwert gehabt. Je nach Epoche, Gesellschaft und Region wurde der eigene Besitz entweder geringgeachtet, verkauft, bewahrt oder auch mit Fleiß zu vermehren versucht. Einige Christen haben ihren Besitz dafür geopfert, damit das Werk des Herrn wachsen konnte, weil manche ihren gesamten Besitz hinter sich ließen, um in den Dienst für das Reich Gottes zu treten.

Sucht man nach einer Definition, wird im Duden der Besitz mit der „Gesamtheit der (materiellen) Güter, die jemand geerbt oder erworben hat, sodass er bzw. sie darüber verfügen kann[1]beschrieben. Dazu gehören Geld, Haus und Güter, die ein Mensch sein Eigen nennt. Welchen Stellenwert hat aber der Besitz für einen Christen? Bei Jesus behandelten 15 Prozent seiner Verkündigung das Thema „Geld“- mehr als er über Himmel und Hölle zusammen gesprochen hat[2]. Es ist also für Jesus nicht unbedeutend gewesen, was wir mit unserem Geld und Besitz im Allgemeinen machen.

In diesem Beitrag wird insbesondere der Umgang mit dem materiellen Besitz betrachtet. Geistige oder geistliche Gaben fallen hiermit nicht unter die Definition von Besitz und werden deswegen nicht näher beleuchtet.

Insgesamt hat die Bibel einen bejahenden Ton zu dem Besitz. Es wird besonders im Buch der Sprüche deutlich, dass Besitz notwendig ist, um das tägliche Überleben zu sichern. Zudem wird in der alttestamentlichen Gesetzgebung der Besitz jedes einzelnen geschützt[3].

Weil das letzte Hemd keine Taschen hat, ist es vonnöten, mit seinem Besitz so umzugehen, dass es „den größtmöglichen, einen dauerhaften Gewinn bringt.[4]“ Dabei ist es von großer Wichtigkeit, dass unser Beitz nicht in Schätzen auf der Erde besteht, sondern in unvergänglicher Form im Himmel angespart wird[5].

Erwerb des Besitzes

Eine große Rolle beim Umgang mit unserem Besitz spielen die Aspekte mit welcher Motivation und welchen Methoden unser Besitz erworben wurde. Während das erstere durch unseren geistlichen Zustand definiert wird, wird das zweite unweigerlich unseren geistlichen Zustand prägen.

1     Die richtige Motivation

1.1        Genügsamkeit

Zuerst soll dem Christen deutlich werden, wieviel Besitz ihm genügen soll. Paulus zieht die Grenzen bei „Nahrung und Kleidung[6]“ und sagt, dass wir uns daran genügen lassen sollen, da „die Gottesfurcht eine große Bereicherung ist, wenn sie mit Genügsamkeit verbunden ist.[7]“ Salomo warnt in seinen Sprüchen vor dem Lebensziel „Reichtum zu erwerben[8]

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Die Gefahr, die sich ergibt, wenn man nicht mit Genügsamkeit, sondern mit Gier nach (mehr) Besitztum trachtet, ist zuallererst für das geistliche Leben überaus groß. Versuchungen und Fallstricke kennzeichnen den Weg und führen letztendlich in den Tod[9], weil diese Gier „eine Wurzel alles Bösen ist.“ Nee definiert den ungläubigen Besitzer mit der Eigenschaft „so viel wie möglich zusammenzuraffen[10]“ wollen. Als Gegensatz dazu steht das gläubige Kind Gottes, dass sich zufriedengibt, selbst wenn seine Arbeit nicht mehr hergibt als Brot und Kleidung und darüber hinaus sogar dazu bereit ist, mit dem Nächsten zu teilen.

1.2        Fleiß

Pr. 9.10

Dass man sich mit „Nahrung und Kleidung“ zufriedengeben soll, heißt aber bei weitem nicht, dass beim Erreichen dieses Besitztums jeglicher Aufwand sein Ende findet und weitere Arbeit unterlassen werden darf. Das Leben eines Christen soll davon geprägt sein, dauerhaft[11] Arbeiten zu wollen[12].

Das zeigt sich in der protestantischen Arbeitsethik bei Luther[13] und in der Täuferbewegung[14]. Welche Menge an Besitz die tägliche Arbeit nun wirklich hervorbringt, ist zweitrangig, solange sie mit der richtigen Gesinnung getan wird, denn der Himmlische Vater weiß auch den Schwachen genügend zu geben, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können[15].

1.3        Für Gott

Es gibt zwei Möglichkeiten, mit welchem Ziel man seinen Besitz vermehrt: Entweder man hat das Ziel, es für seinen eigenen Bedarf auszugeben oder es für Gott und dessen Werk auf der Erde zu vermehren. MacDonald spricht sogar von einer Verpflichtung, die jeder Christ gegenüber seiner eigenen Versammlung, den Missionaren und Evangelisten gegenüber hat, indem er sie materiell unterstützen und mitzutragen hat[16].

Da nach dem Tod jeglicher irdische Besitz für einen Menschen seinen Wert verliert, zählt danach nur noch das, was auf dem Himmlischen Konto verbucht ist.  Ein Christ sollte deswegen als Ziel haben, mit seinem Besitz einen Schatz im Himmel zu erwerben[17]. Prägt das die Arbeitsmoral, werden die Ausgaben diesem höheren Ziel angepasst und die Arbeit, die wir verrichten, wird einen Ewigkeitswert bekommen.

Die grundlegende Motivation sollte deswegen sein, seinen Besitz für Gott und zur Förderung seines Werkes zu vermehren, indem wir mit allem Fleiß unsere Arbeit verrichten und uns genügen lassen, wenn daraus kein Überfluss entsteht.

2        Die richtige Arbeit

WEs ist nicht ohne Bedeutung, in welcher Weise ein Christ sein Geld verdient: in der Bibel werden ihm dazu viele Richtlinien genannt. Tätigkeiten, die mit sündigen Praktiken verbunden sind, dürfen nicht als Erwerbquelle genutzt werden. Genauso darf die Arbeit eines Christen nicht zur Zerstörung von Leben und Güter dienen[18]. Die Frage des Berufes sollte deswegen eng mit den Anforderungen Gottes über unser Leben und Besitz verbunden sein[19].

Einige Branchen sind deswegen für einen Christen unbetretbares Gebiet. Es wird einem Christen schwerfallen in der Produktion oder dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen zu stehen, die den Menschen zur Sünde verführen, Leidenschaften aufstacheln und seine Gesundheit untergraben. Genauso kann ein Christ nicht bei der Vorbereitung zur Zerstörung von Menschenleben, Städten oder Industrie mitwirken.  Genauso sagt ein Christ auch zur Schwarzarbeit nein.

Die Wahl der Arbeit soll deswegen nach dem Willen Gottes erfolgen, der uns die gerade genannten Grenzen definiert. Welche Arbeit speziell zu uns passt, zeigt sich in den Begabungen, mit denen uns Gott ausstattete- wir dürfen sie nutzen und sind sogar verpflichtet diese nutzbar zu machen und zum Segen werden zu lassen.

In dem nächsten Beitrag wird der rechte Umgang mit dem erworbenen Besitz betrachtet

Weiterführende Literatur

Piper, John. Von der Pflicht zur Freude, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 2006

Alcorn, Randy. Wo dein Schatz ist…, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 2016

Spurgeon, Charles H. Guter Rat für allerlei Leute; 2. überarbeitet Auflage, , CLV Verlag Bielefeld 2015

Nee, Watchman. Zur Ehre Gottes leben, 1.Auflage, CLV Verlag Bielefeld 1999

Luther, Martin. Predigten durch ein Jahr

Ströhmann,Gerd. Erziehungsrituale der Hutterischen Täufergemeinschaft. Münster LIT-Verlag 1999

MacDonald, William. Trachtet zuerst… 4.Auflage CLV Verlag Bielefeld 2003

Weiterlesen „Wie geht ein Christ mit Arbeit und Geld um?“