Christliches Anspiel: Ein Zuhause für Virginia

Ein Zuhause für Virginia

Ein Anspiel, das in einer Goldgräbersiedlung mit harten ungepflegten Männern spielt, die durch das auftreten eines kleinen Mädchens zu anderen Menschen werden. Eine gute Geschichte um zu verdeutlichen, wie sich das Leben eines Menschen verändert, wenn Jesus in sein Leben kommt.

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Tom:               Was ist bloß in den alten Charlie gefahren? Er war ja schon immer ein wenig sonderlich, aber so habe ich ihn noch nie gesehen…

Joe:                 Halt dich nicht auf Du weißt, wo du den Hirten finden kannst, lauf schnell und hol´die Milch. Ich muss schnell zum Handelsposten und eine Milchflasche holen. Ich darf nicht wagen ohne eine zurückzukommen.

Sprecher:         Zwei Männer laufen durch die Straßen einer abgelegenen Bergarbeitersiedlung um ihren Auftrag zu erfüllen.

Die Männer die dort lebten waren schlimm heruntergekommen. Außer ein paar dreckigen Hütten und Wirtshäusern war kaum etwas zu finden. Roaring Camp war ein besonders berüchtigtes Minendorf in dem Alkohol, Mord und Todschlag und alle nur erdenklichen Laster zu finden waren. Der nächste Medizinische Hilfsposten war viele Kilometer entfernt, so wusste niemand, was jetzt geschehen sollte. Eines Nachts kam eine völlig erschöpfte junge Frau mit einem Bündel im Arm ins Lager und bat um eine Unterkunft. Die Männer taten, was ihn ihren Möglichkeiten stand, um ihr zu helfen und ihr eine gute Unterkunft zu bieten. Doch ihr Zustand verschlechterte sich von Stunde zu Stunde und obwohl einige Arbeiter eilten um Hilfe zu holen, starb die junge Frau noch in dieser Nacht. Als die Männer das kleine Bündel öffneten, dass sie die ganze Zeit über festgehalten hatte, sahen sie, dass sich ein kleines Mädchen darin befand. So hinterließ sie den hilflosen Männern ihre kleine Tochter.

Charlie:           (zu den anderen Männern) Ich gehe in meine Hütte, wenn die beiden mit der Milch und der Flasche kommen, schickt sie zu mir. (geht)

Larry:              Ein sonderbarer Mensch. Er war immer Außenseiter, starte düster vor sich hin und jetzt auf einmal diese Besorgnis um das Kind.

Bill:                 Weißt du eigentlich, wo er herkommt? – Ich glaube niemand hier weiß etwas über ihn. Na ja, schön, dass das Kind jetzt jemanden hat. Ich gehe jetzt an die Arbeit.

Larry:              Ich werde die Dinge hier auf jeden Fall verfolgen. Mich interessiert es nun doch, wie er mit dem schreienden Bündel fertig wird.

Sprecher:         In seiner heruntergekommenen Hütte angekommen setzt sich Charlie auf einen Stuhl, blickt in das Gesicht     des kleinen Kindes und bekommt einen versonnenen Gesichtsausdruck.

Charlie:           Ich hatte auch mal eine Tochter, vor langer, langer Zeit. Sie hieß Virginia, doch als meine Frau mich verließ, nahm sie mit. Das Anne ging, habe ich verkraftet, doch als auch die kleine Virginia weg war, schien es, als wäre etwas in mir gestorben. -(mit einem Ruck) – Ich werde sie Virginia nennen! – Aber… meine Virginia war sauber, wie eine weiße Blume. Ich sollte das Baby lieber waschen.

Sprecher:         Er zündete ein Holzfeuer an und erhitzte Wasser in einem verbeultem Blecheimer. In einer alten Schachtel fand er einen Rest Seife, und bald war die neue Virginia sauber.

Charlie:           Hm, ich kann doch ein frischgewaschenes Kind nicht in schmutzige Decken hüllen. Irgendwo muss ich doch noch ein sauberes Leinenhemd und Handtücher haben.

Tom:               Charlie!! – Ich bin’s. Ich habe dir die Milch gebracht.

Charlie:           Ach Tom, vielen Dank. Kannst du mir bitte noch einen Gefallen tun? Ich brauche doch jetzt jeden Tag Milch, kannst du für mich zum Hirten gehen und sie besorgen? Ich kann meine kleine Virginia unmöglich so lange alleine lassen.

Tom:               Hm, also gut. Abgemacht.

Charlie:                        Noch etwas. Ich brauche unbedingt eine Wiege, weißt du, wo ich eine herbekommen kann?

Tom:               Nee, nicht wirklich. Vielleicht fragst du mal drüben in der Schenke, die wissen bestimmt was. Die Kleine schläft ja gerade.

Charlie:           Also gut.

Sprecher:         Charlie legte Virginia vorsichtig auf eine Decke und ging hinaus um mit dem Wirt der nächsten Schenke zu verhandeln. Der überließ ihm eine große leere Schachtel und etwas Stroh, dazu eine Menge weiße Stoffreste. Vom Handelsposten bekam er schließlich noch ein Babyfläschchen und sogar ein paar Babykleider und eine warme Decke.

Einige Tage Später trafen sich Bill und Larry, die dabei waren, als die junge Mutter gestorben war. Noch immer lässt sie die Sorge um das kleine Kind nicht zur Ruhe kommen.

Bill:                 Hast du eigentlich etwas Neues über Charlie und seine Pflegetochter erfahren.

Larry:              Neues – Hm, ja! Gestern ging ich an seinem Haus vorbei und sah durch die offene Tür, wie er seinen Fußboden schrubbte. Das Wasser stand ihm bis an die Knöchel.

Bill:                 Was ist bloß in ihn gefahren?

Larry:              Ich fragte, was los sei, da zeigte er auf die blütend weiße Wiege und das Kind und sagte, es passe nicht zu dem schmutzigen Fußboden.

Bill:                 Und passt es jetzt besser? – (dreht sich um) – Ach, hallo Tom. Was machst du denn hier?

Tom:               Ich gehe Virginia holen. Der Charhie bat mich auf sie aufzupassen, während er die Wände und die Decke streicht. Das Kind soll doch in einer sauberen, ordentlichen Umgebung leben und aufwachsen~ – So ich mus aber weiter, das Kind wartet. (geht)

Larry:              Na, dann viel Spaß! – Du, sollen wir dem alten Charlie vielleicht helfen, dann geht es auch schneller.

Bill:                 Gute Idee. Es wird eine Menge Arbeit geben. (gehen zu Charlie)

Sprecher:         Zusammen begeeben sich die Männer in die schon freundlicher aussehende Hütte Charlies. Er hatte die Türen sperrangelweit offen und strich gerade die Wand in dem größeren Raum des Gebäudes.

Bill:                 Du Charlie, wir wollten dir gerne bei der Arbeit helfen. Alleine ist es zu viel für dich!

Charlie:            Vielen Dank, dass ihr vorbeikommt. Ich muss noch das kleinere Zimmer streichen. Und die Wände von außen- sieht schon ein bisschen schäbig aus, wenn man es sich genauer anschaut. Mir ist es bisher aber noch gar nicht aufgefallen

Sprecher:         Zwei Tage lang arbeiteten sie ununterbrochen, während Tom auf Virginia aufpasste, die die Ursache für diesen ganzen Aufruhr war.

Larry:              So, das hätten wir. Schön sieht es jetzt aus bei dir.

Charlie:           Vielen Dank für eure Hilfe.

Bill:                 Keine Ursache. Wir haben es gern getan Charlie, jetzt hat die Kleine auch ein schönes Zuhause.

Sprecher:         Gutgelaunt machten sich die beiden Männer auf den Weg und ließen den überglücklichen „Vater“ mit seiner Virginia zurück

Charlie:           Schön sieht es hier aus, jetzt kann ich Virginia getrost hierherbringen.

Sprecher:         Stolz trug er das Kind in die blitzblanke Hütte. Mit ernsten babyblauen Augen starrte Virginia auf die weiße Decke und Zimmerwände. Dann wanderte ihr Blick zu ihm, seinen Kleidern mit Schmutz und Tabakflecken, seinen verfilzten Bart, seinem ungepflegten Haar und seinen großen, schmutzigen Händen. Charlie fühlte sich auf einmal nicht wohl in seiner Haut. War er in dieser sauberen Stube nicht selbst fehl am Platz?

Sprecher:         Nicht lange danach geht Charlie wie ein neuer Mann durch die Straßen der Bergarbeitersiedlung. Sein Freund Joe bleibt verwundert stehen und ruft im zu:

Joe:                 Sag mal Charlie, was ist mit dir los? Warst du beim Barbier? Hast du dich völlig neu eingekleidet? Ist irgendetwas besonderes passiert?

Charlie:           Ja, jemand neues ist in mein Leben gekommen. Ich kann doch nicht so verwahrlost in meiner sauberen Hütte leben. Und Virginia, was soll sie von mir denken? So ein verdreckter Vater, nein, ich muss sie gut pflegen.

Joe:                 Ja, sie hat es gut bei dir.

Charlie:           Hm, ja… Eins macht mir aber Sorgen. Der Sommer kommt und bald wird sie sitzen können, und wenn ich sie nach draußen bringe…

Joe:                 Was machst du dir darüber Sorgen? Ist doch schön, wenn sie Fortschritte macht!

Charlie:           Ja, natürlich. Ich meine nur, was wird sie sehen, wenn sie sitzt. Nicht mehr den blauen Himmel und die Vögel, sondern festgetretenen Lehm, Unkraut und Berge von Müll. Das geht doch nicht!

Joe:                 Ja, was willst du dann tun?

Charlie:          Ich muss einen Garten anlegen. Beim Handelsposten bekomme ich sicher Blumensamen. Das Kind muss eine ordentliche Umgebung haben!

Joe:                 Tu’s, wie du meinst. Ich muss jetzt aber gehen.

Sprecher:         Gedankenversunken schlendert er weiter und schüttelt immer wieder den Kopf. Er merkt gar nicht, dass Tom ihm entgegenkommt.

Tom:               Hallo Jo, was machst du denn hier? Was schüttelst du denn die ganze Zeit deinen Kopf? Stimmt was nicht?

Joe:                 Ich komme vom alten Charlie.

Tom:               Und?

Joe:                 Er heckt wieder etwas neues aus. Jetzt will er einen Garten für seine Virginia anlegen, damit sie nicht nur Dreck und Abfall sieht.

Sprecher:         Verwundert hält Tom inne. Er überlegt einige Zeit und sagt:

Tom:               Du, im Grunde genommen hat Charlie doch recht. Warum sollen wir so verdreckt leben? Ich habe mir gerade auch einen Eimer Farbe geholt. Meine Hütte wird jetzt auch gestrichen. Und ein Garten… hm, gar nicht so schlecht.

Joe:                   Ja, warum eigentlich nicht? Vielleicht sollte ich auch mit dem Renovieren anfangen.

Sprecher:         In Roaring Camp gab es eine Wandlung. Die rauen Männer sahen die Veränderungen bei Charlie und ließen sich anstecken. Nach und nach wurden weitere Gärten angelegt, andere Hütten wurden geputzt und gestrichen. Schuld an dieser Verwandlung war die Anwesenheit eines winzigen Babys, das nicht in eine schmutzige Umgebung passte.

Der, der in uns wohnt ist noch viel größer als es die kleine Virginia und verdient eine noch viel schönere Umgebung als der alte Charlie für sie hergerichtet hatte. Gott in uns möchte in einem Tempel wohnen- doch wie sieht dein Leben und dein Verhalten aus? Ist es heilig und rein wie ein Tempel? Oder ist es bei dir höchste Zeit für eine grundlegende Renovierung?

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Ein Kommentar zu „Christliches Anspiel: Ein Zuhause für Virginia

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