Weihnachtsanspiel: Lobt Gott ihr Christen alle gleich

2017-12-20 Lobt Gott ihr ChristenDownlaod Anspiel.pdf

Ein Anspiel zu der Entstehung des Liedes „Lobt Gott ihr Christen alle gleich„.

Der Dichter Nikolaus Hermann zog  1518 in das Böhmische Joachimstal das aufgrund seiner reichen Silbervorkommen einen starken Aufschwung erlebte. Dort arbeitete er als Kantor und Lehrer und schrieb viele Lieder und Gedichte. Einen herben Rückschlag musste er hinnehmen, als sein Sohn Christoph das Elternhaus nach einem Streit verließ. Daraufhin füllte Niedergeschlagenheit sein Leben aus und das Liederdichten gelang ihm nicht mehr. Doch am Heiligabend acht Jahre nach dem Auszug Christophs finden ein Bergwerkarbeiter und Nikolaus Hermann Christoph in einem alten Silberstollen. Aus der Freude über den Zurückgekehrten Sohn entsteht folgendes Lied:

Lobt Gott, ihr Christen alle gleich,
in seinem höchsten Thron,
der heut schließt auf sein Himmelreich
und schenkt uns seinen Sohn,
und schenkt uns seinen Sohn.

Er kommt aus seines Vaters Schoß
und wird ein Kindlein klein,
er liegt dort elend, nackt und bloß
in einem Krippelein,
in einem Krippelein.

Er entäußert sich all seiner G’walt,
wird niedrig und gering
und nimmt an eines Knechts Gestalt,
der Schöpfer aller Ding,
der Schöpfer aller Ding.

Er wechselt mit uns wunderlich:
Fleisch und Blut nimmt er an
und gibt uns in seins Vaters Reich
die klare Gottheit dran,
die klare Gottheit dran.

Er wird ein Knecht und ich ein Herr;
das mag ein Wechsel sein!
Wie könnt es doch sein freundlicher,
das herze Jesulein,
das herze Jesulein!

Heut schließt er wieder auf die Tür
zum schönen Paradeis;
der Cherub steht nicht mehr dafür.
Gott sei Lob, Ehr und Preis,
Gott sei Lob, Ehr und Preis!

Sprecher Wir schreiben das Jahr 1520 und es ist schon drei Jahre her, dass mit dem Thesenanschlag Luthers an der Schlosskirche Wittenberg die Reformation in Deutschland begann. In diesen drei Jahren breitete sich die wiederentdeckte Lehre wie ein Lauffeuer über ganz Deutschland aus. Das brachte aber viele Probleme mit sich- oft erlaubten die Landesfürsten in ihrem Gebiet nur einen Glauben. So mussten viele Familien wegen ihrem evangelischen oder wiedertäuferischen Glauben ihr Zuhause verlassen und eine neue Heimat suchen.

Für Grafen, die Arbeitskräfte auf ihre Ländereien, Handwerker für ihre Städte und Bergleute für ihre Bergwerke suchten, kamen diese Menschen gerade recht. So ließ auch der Graf Stephan von Schlick in diesem Jahr 1520 Herolde durch Süddeutschland reiten um Arbeiter für sein neues Silberbergwerk zu werben.

Herold Ihr Leute von nah und fern hört, was euch der Graf Stephan von Schlick verkünden lässt: In Joachimstal in Böhmen wurden reiche Silbervorkommen entdeckt. Dazu werden Bergleute und allerlei geschickte Handwerker gesucht, die bereit sind, sich in Joachimstal niederzulassen, um für den Herren Grafen allerlei Metalle zu schürfen.

Gezeichnet Graf Stephan von Schlick, Anno Domini 1520.

Bürger 1 Habt ihr gehört, dort gibt es Arbeit
Bürger 2 Ob der Graf auch gut bezahlt?
Herold Darüber braucht ihr euch keinen Kopf zu zerbrechen. Mein Herr Graf zahlt mehr als recht ist.

 


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Weiteres Weihnachtsanspiel auf Gladium Spiritus

Weihnachten 1944


Quellenangaben

Das hier vorliegende Anspiel ist eine Überarbeitung des Anspiels von Alles um die Kinderkirche.de, die in der Rubrik Erzählungen Anspiel zur Entstehung von EG 27: Lobt Gott ihr Christen Der heut schließt wieder auf die Tür (13-17 Mitspieler)“  aufführt.

Ursprüngliche liegt beiden Anspielen eine Erzählung von Sr. Gabriele Goseberg zugrunde, die in der Zeitschrift Zuversicht und Stärke im Dezember 2006 erschien und hier zum Teil einlesbar ist


 

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