Zeigt Golgatha unseren Wert oder unsere Schuld?

Waage

Immer wieder höre ich den Gedanken, dass der Wert eines Menschen doch überaus groß sein muss, wenn Gott seinen einzigen Sohn, Jesus Christus für unsere Befreiung hat sterben lassen. Diese Theologie kann ich aber auf keinen Fall befürworten, vielmehr möchte ich in diesem Artikel aufzeigen, das nicht unser Wert, sondern unsere Schuld so unglaublich hoch ist, das Gott seinen Sohn geben musste, um der Gerechtigkeit Gottes Genugtuung zu leisten.

 

Das Dienstverhältnis

Wenn der Mensch wie ein Fußballer auf den Transfermarkt auch im geistlichen von einem Besitzer zum anderen wechseln könnte, dann würde die These von dem Wert eines Menschen stimmen. Doch ist der Mensch nicht wie ein Fußballer, der aufgrund seiner Qualitäten für einige Millionen den Besitzer wechselt, sondern ein Sklave der Sünde, von dessen Knechtschaft er befreit werden muss. Gott kauft mit uns nicht einen neuen Angestellten, nein, er befreit einen Sklaven!

2.Petrus 2,19:  „…denn wovon jemand überwunden ist, dessen Sklave ist er auch geworden.“

Römer 6,16:  „Wisst ihr nicht: Wem ihr euch als Sklaven hingebt, um ihm zu gehorchen, dessen Sklaven seid ihr und müsst ihm gehorchen, es sei der Sünde zum Tode…“

Bei dem Wert eines Sklaven geht es nie um den wirklichen Wert an sich- der Preis ist zweckgebunden an der Dienstleistung oder der Arbeitsfähigkeit, nie aber ist er zu vergleichen mit dem wirklichen Wert eines menschlichen Lebens. Ferne sei es deswegen, als Mensch die Befreiung aus der Sklaverei der Sünde als „Transfer eines wertvollen Spielers“ zu glorifizieren.

Jetzt würdest du vielleicht einwenden: „Egal ob Sklave oder nicht- die Bezahlung für unsere Befreiung zeigt aufgrund ihrer Höhe trotzdem unseren Wert an“. Deswegen müssen wir die folgenden zwei Worte betrachten:

Abgekauft oder losgekauft?

Nirgendwo in der Bibel steht geschrieben, das Gott uns von dem Herrscher der Sünde abgekauft hat. Vielmehr finden wir zahlreiche Stellen, die sagen, dass wir losgekauft sind. Es geht mit uns Sklaven der Sünde nicht um eine Ware, die Gott bei dem Teufel abkauft, sondern um eine grauenvolle Gefangenschaft, aus der wir losgekauft werden.

1.Petrus 1,18: „Denn ihr wisst ja, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid…“

Galater 3,13: Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch wurde um unsertwillen

Loskaufen ist ein Begriff, den man verwendet, wenn jemand aus der Gefangenschaft erlöst werden soll. Das Lösegeld, das für den Menschen bezahlt worden ist, hat wahrlich einen hohen Wert- nichts ist mehr Wert als das Leben eines Menschen, erst recht dann, wenn der Sohn Gottes seines für uns gibt. Doch das zeigt nicht die Größe unseres Lebens, sondern die Tiefe unserer Knechtschaft auf, für die kein anderes Lösegeld zureicht, als das Werk Jesu Christi am Kreuz.

Nun könnte man einwenden, dass doch niemals für etwas minderwertiges viel Geld ausgegeben wird. Demzufolge müsste alles, wofür viel bezahlt worden ist, auch einen hohen Wert haben, wenn auch nur eine Person diesen Wert sieht. Und für Gott sind wir wertvoll, weil er so viel für uns „bezahlt“.

Doch was genau wird mit dem Opfertod Jesu bezahlt?

Bezahlt für den Wert oder die Schulden?

Klosser 2,14: „…und er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht, die durch Satzungen uns entgegenstand, und hat sie aus dem Weg geschafft, indem er sie ans Kreuz heftete.“

Jesus hat mit seinem Tod am Kreuz nicht den Preis für eine Ware gezahlt, die er unbedingt besitzen wollte, koste es was es wolle. Nein er hat eine Schuldschrift ausgelöscht, die gegen jeden Menschen steht, eine Schuldschrift, die alle Sünden und jedes Vergehen auflistet, die wir in unserem Leben getan haben. Ich konnte mich nicht von diesen Schulden erlösen, du kannst es auch nicht- trotzdem ist die Schuldlosigkeit die Eintrittskarte in den Himmel. Und diese Eintrittskarte hat Jesus für uns eingelöst- aus Gnade und nicht wegen uns.

Epheser 2,8: „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch — Gottes Gabe ist es;“

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